Hohe Renditen oder Abzocke? Bitcoin Up & Co.

Hohe Renditen oder Abzocke? Bitcoin Up & Co.

Kryptowährungen locken Anleger und Trader mit hohen Renditemöglichkeiten. Besonders durch den starken Preisanstieg im Bullenmarkt von Ende 2020 bis Mitte April 2021 ist das Handeln mit Kryptowährungen und auch das Spekulieren mit Finanzprodukten wie Optionen scheinbar populärer geworden. Im Internet tummeln sich auf YouTube, in Foren und auf Social Media Plattformen Erfolgsgeschichten, die leicht den Traum vom schnellen Geld wecken.

Andererseits aber verlieren besonders Trader, also kurzfristige Händler, viel Geld mit ihren Coins. Apps und Webseiten versprechen, das Handeln risikofreier und sicherer zu gestalten – mit ähnlich hohen Renditen. Ist das überhaupt möglich? Oder handelt es sich sogar um Abzocke?

Trading als schneller Weg zur Überperformance?

Unter Trading wird grundsätzlich verstanden, sehr kurzfristig mit handelbaren Werten Geld verdienen zu wollen. Der zeitliche Rahmen hierbei beträgt oft nur einen Tag oder liegt im Bereich von Wochen. Im Internet versprechen als „Gurus“ in Verruf geratene Personen, in kurzer Zeit so Geld verdienen zu können.

Bei genauerem Hinsehen wird jedoch klar, dass das Risiko bei kurzfristigem Handel enorm ist. So gibt es zwar durchaus (nicht wenige) Menschen, die im Bitcoin Bullenmarkt 2021 viel Geld verdient haben – diese haben aber oft früh gekauft und ihre Coins gehalten. Wer auf der Höhe des Marktes kaufte, verlor einen großen Teil seines Kapitals.

Bitcoin als Paradebeispiel für hohe Renditen hat seinen Wert seit 2015 ungefähr verhundertfacht – zur Hochphase des Bullenmarktes 2021 sogar verzweihundertfacht. Zum Vergleich: Ein Investment in einen ETF auf den MSCI World Index, also die Weltwirtschaft, hätte sich seitdem „nur“ rund verdoppelt. Andererseits werden Gewinne nur dann realisiert, wenn zum richtigen Zeitpunkt wieder verkauft wird – wenn ein Preis also mal eben explodiert und dann wieder einbricht, ist die hohe Rendite verloren.

Kryptowährungen und Rohstoffe als Investitionsmöglichkeiten

Für langfristige Investments könnte z. B. Bitcoin interessant sein, wie der Rückblick auf die letzten Jahre zeigt. Dafür müssten jedoch eine Reihe weiterer Bedingungen erfüllt sein; so darf es kein (in)direktes Bitcoin Verbot geben usw. Über kurzfristiges Trading sagt das noch nichts aus – innerhalb weniger Stunden Preisschwankungen vorherzusagen, gelingt nämlich grundsätzlich nicht, außer es gibt einen besonderen Anlass. Das können neu erscheinende Geschäftsberichte eines Unternehmens sein, die richtig eingeschätzt werden. Ob in Bitcoin oder kleine „Altcoins“ (alternative Kryptowährungen) investiert wird, ist dafür unerheblich.

Auch bei Rohstoffen verhält es sich ähnlich. Ist man von steigenden Rohöl-Preisen überzeugt, kann ein mehrjähriges Investment sinnvoll sein. Ob der Preis um 19:00 Uhr höher liegt als um 7:00 Uhr morgens – das mit Sicherheit vorherzusagen, ist dem Privatanleger und auch studierten Analysten nicht möglich. Noch dazu neigen Rohstoffpreise zu Schwankungen. Nichtsdestotrotz locken Webseiten und Programme mit Software, die das kurzfristige Handeln mit extrem hohen Gewinnen ermöglichen soll.

Bitcoin Up und Oil Profit: Einfache Renditen oder unseriöse Angebote?

Zwei solcher Anbieter sind Bitcoin Up und Oil Profit.
Bitcoin Up wirbt mit verschiedenen technischen Möglichkeiten, von Kursschwankungen zu profitieren. Der zeitliche Horizont ist dabei kurz; daher sind Kauf- und Verkaufssignale ein Teil des Angebots der Webseite. Gelockt wird mit „Hochfrequenzhandel“, Künstlicher Intelligenz, VPS und sogar einer „Zeitsprungfunktion“. Genauer erklärt wird jedoch nichts davon – das Mindestinvestment beträgt 250,00 US-Dollar. Wäre es möglich, Kursschwankungen mit Sicherheit vorherzusagen, könnten natürlich traumhafte Renditen erzielt werden – die Realität zeigt, dass es sich um eher unseriöse Anbieter handelt. Schließlich hätte sich die Möglichkeit eines „Zeitsprunges“ bei Kursen wohl verbreitet wie ein Lauffeuer.

Die Plattform Oil Profit indes lockt mit Gewinnen durch fallende Ölpreise. Ob der Ölpreis aber überhaupt fällt und in welchem Zeitraum ist nicht klar vorherzusehen. Auch hier wird mit fortgeschrittenen Technologien geworben und eine Mindestanzahlung von 250,00 US-Dollar ist nötig. Der Verdacht einer Art „Masche“ – oder sogar Abzocke – drängt sich hier auf. Bei anderen Tradingplattformen ist nämlich gar keine Mindestanzahlung nötig – oder nur eine sehr geringe.

Auf beiden Plattformen wird mit CFDs gehandelt – mit diesem Finanzprodukt verlieren ca. 70,00 % der Trader Geld.

Fazit: Es handelt sich eher um Abzocke, als hohe Renditemöglichkeiten. Anders als bei seriösem Investment gewinnt die „Bank“ bzw. die Plattform so gut wie immer.

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