Energiemanagement in der Praxis

Was hat sich seit Einführung der ISO Norm 50001 verändert? Ein Gespräch mit Johannes Penzkofer, Geschäftsführer der GCE Energy Consulting GmbH

BildImmer mehr Unternehmen beschäftigen sich mit dem Gedanken an ein firmeninternes Energiemanagement nach ISO 50001. Was macht diesen Industriestandard notwendig?

Penzkofer: Energie ist ein wesentlicher Bestandteil jeder wirtschaftlichen Aktivität. Je nach Branche bildet der Energieverbrauch eines Unternehmens einen der größten kontrollierbaren Kostenblöcke. Ein effektives Energiemanagement hilft dabei, die Nutzung von Energiemedien zu steuern und hält damit Verbrauch und Kosten gering. Vor Einführung der ISO 50001 hatten nur wenige Unternehmen ein gezieltes Vorgehen im Bereich Energieeffizienz und der damit einhergehenden Identifizierung von Einsparpotenzial.
Die ISO Norm 50001 setzt auf die optimierte Nutzung grundlegender Systemen und Prozessen, die zum energetischen Monitoring und der damit verbundenen Effizienzsteigerung notwendig sind. Das Ziel der Norm ist die Einführung nachhaltiger Energiemanagement-Systeme, die dabei helfen, CO2 Emissionen und andere schädliche Umwelteinflusse gering zu halten und optimale Bedingungen für die Kontrolle von Energiekosten schaffen.
Die international gültige Norm versteht sich als ‘Best Practice’ im Energiemanagement. Unternehmen, die sich für eine Implementierung der ISO 5001, d.h.: für ein firmeneigenes Energiemanagement entscheiden, sparen in der Regel erhebliche Kosten und mindern damit wirtschaftliche Risiken. In der Umsetzung gründet sich die ISO 50001 auf einen etablierten Ansatz, (Plan-Do-Check-Act), der vielen Unternehmen bereits aus dem Qualitäts- (ISO 9001) oder Umweltmanagement (ISO 14001) bekannt ist.

Energiemanagement scheint auch im Öl- und Gassektor zunehmend an Stellenwert zu gewinnen. Wie erklären Sie sich das?

Penzkofer: Man übersieht gerne, dass die Öl- und Gasindustrie nicht nur Energie produziert, sondern diese auch verbraucht. Der ganze Industriezweig ist extrem energieintensiv, da es Unmengen von Energie bedarf, um primäre Ressourcen zu fördern, zu transportieren, zu veredeln und an den Kunden zu liefern. (Das soll natürlich nicht bedeuten, dass die Öl- und Gasindustrie verglichen mit anderen Industriezweigen per se ineffizient arbeitet, schließlich können Aussagen über Effizienz nur innerhalb gleichgelagerter Prozesse getroffen werden.) Wie alle energieintensiven Branchen profitiert auch die Öl- und Gasindustrie von einer Steigerung ihrer Effizienz. Ein strukturierter Ansatz wie ISO 50001, bzw. ein EMS, das bestrebt ist, sowohl Effizienzsteigerung als auch Emissionsreduktion in den Arbeitsalltag zu integrieren, ist dabei natürlich eine große Hilfe. Gleichzeitig trägt eine Steigerung der Energieeffizienz dazu bei, den Bedarf an (fossilen) Energieträgern zu senken und ihre Verfügbarkeit dadurch indirekt zu erhöhen. Das macht sie für den Endverbraucher günstiger und attraktiver.

Wo liegen Ihrer Erfahrung nach die Schwierigkeiten bei der Einführung der ISO 50001 im Unternehmen?

Penzkofer: Tatsächlich hakt es bei der Einführung eines EMS in den seltensten Fällen an der Technologie. In der Praxis sehen wir vielmehr, dass die meisten Betriebe bereits über eine ausreichende technische Infrastruktur verfügen. Es gibt jedoch viele Firmen, die bereits eine Menge in modern Gerätschaften und ausgeklügelte Technik investiert haben, diese im Hinblick auf Effizienz aber noch nicht optimal nutzen.
Ein größeres Problem in diesem Zusammenhang sind erstaunlicherweise oft die Mitarbeiter, bzw. deren Gewohnheiten und inadäquate organisatorische Rahmenbedingungen. Vielen Angestellten fehlen technisches Wissen und/oder effektive Techniken zur Problemlösung. Verglichen mit anderen Bereichen im Unternehmen wird Energieeffizienz oft nur ein niedriger Stellenwert eingeräumt, da sie sich nicht eins zu eins in Rendite umrechnen lässt. Am schwierigsten wird die Umsetzung, wenn die Unterstützung aus der Führungsebene fehlt. Ein nachhaltiges Energiemanagement kann aber nur dann funktionieren, wenn sich das gesamte Unternehmen dafür engagiert. Ein wichtiger Baustein ist deshalb die Sensibilisierung von Mitarbeitern für Energiethemen, respektive deren fachliche Schulung und andauernde Motivation.

Hat ein Unternehmen, das momentan nicht an einer Einführung der ISO Norm 50001 interessiert ist, finanzielle und rechtliche Konsequenzen zu befürchten?

Penzkofer: Bisher hat die ISO Norm 50001 keine gesetzliche Grundlage. Dennoch ist sie ein ,De Facto Standard’, dem sich die meisten Unternehmen mit ihrem Energiemanagement anzunähern versuchen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Darin ist die Bezuschussung der Einspeisung von erneuerbaren Energien verankert, die sowohl auf Netzbetreiber als auch auf Unternehmen umgelegt wird. Zum Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit können sich besonders energieintensive Betriebe (die jährlich mehr als >10 Gwh Strom verbrauchen) laut EEG um eine deutliche Verringerung dieser Umlagen bewerben. Jedoch nur, wenn sie über ein zertifiziertes Energiemanagement verfügen.

In welchem Bereich würden Sie sich in puncto Energiemanagement zukünftig weitere Veränderungen wünschen?

Penzkofer: Für uns Energieexperten ist es großartig, zu sehen, wie sich gesetzliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen hin zu einem bewussten Umgang mit Ressourcen entwickeln. Für nachhaltige Verbesserungen im Bereich Energiemanagement muss meiner Meinung nach jedoch ein generelles Umdenken in den Unternehmen stattfinden. Man sollte sich bewusst machen, dass Energie nicht selbstverständlich und unbegrenzt verfügbar ist, sondern ein Privileg, das durch einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen erhalten werden muss. Energiemanagement hat also beides, eine globale und eine sehr persönliche Komponente. Deshalb konzentrieren wir uns in unserer Beratungstätigkeit zunehmend auf humane Faktoren, d.h. auf eine zielgerichtete Sensibilisierung von Mitarbeitern für Energiethemen. Weitere Informationen zu unserem Schulungskonzept enerSens erhalten Sie gerne unter: http://gce-europe.com/enersens, bzw. direkt telefonisch unter: +49 (0)89 / 890 – 8332 – 50.

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Stahlgruberring 7a
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Gegründet 1994, zählt die GCE Group heute mehr als 2000 Mitarbeiter weltweit. Die GCE Energy Consulting GmbH mit Sitz in München ist dabei für den Europäischen Markt verantwortlich und steht Ihnen für weitere Fragen zu Energieeffizienz und Mitarbeitersensibilisierung gerne zu Verfügung: GCE Energy Consulting GmbH, contact@gce-europe.com, +49 (0)89 / 89 08 332 – 50

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