Die Vielfalt bewahren – Europäische Krankenhausdirektoren warnen vor Gleichmacherei in den Gesundheitssystemen Europas

(Mynewsdesk) Brüssel/Berlin, d. 5. Mai 2014. Der Krankenhausbereich in den Mitgliedsländern der Europäischen Union wandelt sich. Gleichzeitig verstärken sich Wechselwirkungen und Annäherungen der Gesundheitsmärkte. Diese Prozesse müssen sorgsam und mit Augenmaß gesteuert werden. Darauf macht die Europäische Vereinigung der Krankenhausdirektoren (EVKD) anlässlich der Europawahl aufmerksam. Harmonisierungen im Hau-Ruck-Verfahren müssten vermieden werden, um die Krankenhausversorgung in den einzelnen Mitgliedsländern nicht zu gefährden. Die EVKD mahnt die Europa-Politiker, die unterschiedlichen Verantwortlichkeiten von EU und Mitgliedsländern in ihren Bemühungen zur Vereinheitlichung vieler Lebensbereiche nicht außer Acht zu lassen. Zu beachten sei aber neben den geschichtlich gewachsenen Besonderheiten und der hohen Komplexität der Gesundheitssysteme der einzelnen Mitgliedsländer noch ein weiterer wichtiger Aspekt. EVKD-Präsident Heinz Kölking dazu: Die Krankenhausversorgung in den Mitgliedsländern der EU ist mehrheitlich staatlich und/oder korporatistisch geprägt. Das gilt sowohl für die Angebots- als auch für die Nachfrageseite. Auf der europäischen Ebene herrschen dagegen die Regeln des EU-Binnenmarktes mit wettbewerblichen Rahmenbedingungen. Es ist eine grundsätzliche Frage, ob letztere auch für Krankenhäuser oder andere soziale Unternehmen gelten sollen. Beispiele sind die Beihilferegeln, die Arbeitszeitrichtlinie oder die neuste Richtlinie zur Patientenmobilität in Europa. Perspektivisch werde es einen Abgleich zwischen den Regeln des EU-Binnenmarktes und den zu definierenden Feldern der mehr regulierten Daseinsvorsorge geben müssen. Im Ergebnis könnte das eine Sozialunion in der EU sein, die der Wirtschafts- und Fiskalunion folgen könnte. Das aber stelle eine Zukunftsaufgabe dar, denn bisher seien EU-weit die Ziele der Gesundheitsversorgung sowie der Weg, wie diese erreicht werden sollen, noch gar nicht definiert.&nbsp; Die Vielfalt der Gesundheitssysteme in Europa bedeute hier auch eine Chance, den Wettbewerb um den besten Weg zu führen. Kölking verwies darüber hinaus aber auch auf die bereits heute wachsende Zahl von Regelungen hin, die eine sinnvolle Zusammenarbeit und sinnvolle Entwicklungen dort ermöglichten, wo ein gemeinsamer Rahmen allen Bürgern diene. Dazu gehörten die Abwehr von grenzüberschreitenden Gesundheitsgefahren, die Mobilität der Patienten und Arbeitskräfte, die Förderung von bestimmten Forschungsvorhaben. Die Europäische Vereinigung der Krankenhausdirektoren wird vom 11. bis zum 13. September 2014 in Berlin auf ihrer 25. Konferenz diese für die Krankenhäuser wichtigen Fragen diskutieren. Rund 600 Teilnehmer aus ganz Europa werden dazu erwartet. Ihr großes Thema: Gesundheitswirtschaft – unsere Verantwortung für die Menschen. Als einer der Hauptredner hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bereits zugesagt. Die Krankenhäuser sind in allen EU-Ländern der Kern der Gesundheitsversorgung. Das Krankenhausmanagement in den Ländern der Europäischen Union steht vor großen wirtschaftlichen und reformpolitischen Herausforderungen. Die wirtschaftliche Situation von Kliniken in einigen EU-Ländern ist zudem laut einer aktuellen Studie in einigen EU-Staaten besonders schwierig. Die Teilnehmer der Konferenz, werden über Lösungsmöglichkeiten zu den aktuellen Herausforderungen diskutieren und gegenüber der Politik auch den Reformbedarf aufzeigen, um zu besseren Rahmenbedingungen zu kommen, im Interesse der Patienten und Beschäftigten, so VKD-Geschäftsführerin Gabriele Kirchner. Der EVKD-Kongress findet alle zwei Jahre im turnusgemäßen Wechsel in den einzelnen Mitgliedsländern statt. Nach zwanzig Jahren ist Deutschland wieder Gastgeber. Mehr Informationen zum 25. Kongress der EVKD auf der <A href=”http://www.eahm-berlin2014.de/en/startseite.html”>Kongress-Website</A>.
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