Viele potenzielle Herztransplantationen scheitern nicht allein am Mangel an Spenderherzen. Auch wenn ein Spenderherz einen passenden Patienten hätte, entscheiden noch zwei weitere Kriterien über die Durchführung der Transplantation. Ein gespendetes Herz wird üblicherweise mit statischer Kaltlagerung (SCS, Static Cold Storage) konserviert – quasi in einer Kühlbox auf Eis – und ist dadurch etwa drei bis vier Stunden außerhalb des Körpers lebensfähig. Innerhalb dieses kurzen Zeitfensters müssen Organentnahme, Transport und Transplantation erfolgen. Das umfasst auch die Organisation eines Transplantationsteams. Reicht diese verfügbare Zeit für die logistischen und personellen Notwendigkeiten nicht aus, kann eine Spende nicht genutzt werden.
Laut der Deutschen Stiftung für Organtransplantation waren letztes Jahr 1.102 Menschen auf der Warteliste für ein neues Herz. 365 erfolgreiche Transplantationen wurden durchgeführt, während 63 Menschen von der Liste verstorben sind. Fast ein Fünftel der Herztransplantationen mussten aus verschiedenen Gründen abgebrochen werden. Durchschnittlich können weltweit nur 2 bis 3 von 10 gespendeten Herzen transplantiert werden aufgrund von Organqualität, Logistik und Kapazitäten in Krankenhäusern.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Organspende, Spendenbereitschaft und verfügbarer Spenderorgane rückt damit ein weiterer Aspekt in den Fokus: die bestmögliche Nutzung bereits gespendeter Herzen. Daher braucht es moderne Technologien, um diese große Lücke zwischen benötigten und tatsächlich durchgeführten Transplantationen zu schließen und Leben zu retten. Denn niemand sollte sterben, während er auf ein Spenderorgan wartet.
Klinische Studie belegt Vorteile innovativer Organerhaltungstechnologie
Die 12-Monats-Nachbeobachtung der europäischen, multizentrischen und randomisierten NIHP2019-Kontrollstudie belegt die klinischen Vorteile der neuen hypothermen oxygenierten Perfusion (HOPE) gegenüber der bisherigen Standardmethode der statischen Kaltlagerung. XVIVO Heart Assist Transport nutzt die HOPE-Methode für die Herunterkühlung des Organs, um so den Stoffwechsel zu verlangsamen sowie das Herz kontinuierlich mit einer sauerstoff- und nährstoffreichen Perfusionslösung zu versorgen. Im Vergleich zu SCS verlängert XVIVO Heart Assist Transport die Lebensdauer von Organen außerhalb des Körpers um Stunden und schafft mehr Zeit für Transport und Transplantation. Dadurch ermöglicht die HOPE-Methode eine höhere Nutzungsrate gespendeter Organe. Außerdem trägt diese Form der Maschinenperfusion zu besseren Behandlungsergebnissen bei. Diese bahnbrechende Innovation wird in XVIVO Heart Assist Transport™ verwendet für die Konservierung und den Transport von Spenderherzen mit wegweisenden Erfolgen in klinischen Studien. Die innovative XVIVO-Technologie zur Herzkonservierung hat die europäische CE-Kennzeichnung und ist für Herztransplantationszentren in ganz Europa verfügbar.
Die klinischen Ergebnisse von NIHP2019 belegen:
· 44% Risikominderung von Komplikationen nach der Transplantation
· 61% Risikominderung einer primären Transplantatdysfunktion sowie 76% Risikominderung einer schweren Transplantatdysfunktion
· Kein Verlust eines einzigen transplantierten Herzens
· Weniger postoperative Komplikationen nach 1 Jahr
· Höhere Überlebensraten nach 1 Jahr
· In einer anderen Studie wurde vor einer erfolgreichen Transplantation das Spenderherz mit XVIVO Heart Assist Transport 12 Stunden und 6 Minuten erhalten.
Darüber hinaus sehen die Autoren Potenzial, Krankenhausabläufe zu optimieren und den Ressourceneinsatz effizienter zu gestalten. Denn XVIVO Heart Assist Transport ist kompakt genug, um auch im Zug oder im Straßenverkehr transportiert zu werden. Das eröffnet kostengünstigere Transportoptionen im Vergleich zu (Privat-)Flügen beispielsweise. Die automatische Perfusion mit intuitivem Bedienfeld minimiert den Bedarf manueller Anpassungen während des Transports und somit auch das Risiko von Anwenderfehlern. So werden Organe auch außerhalb des Körpers kontinuierlich optimal versorgt und für die Transplantation besser erhalten.
Die aktuelle Debatte dreht sich vor allem darum, wie sich die Zahl der Organspenden erhöhen lässt. Doch ebenso entscheidend ist es, das Potenzial jeder einzelnen Spende bestmöglich auszuschöpfen. Jede erfolgreiche Transplantation beginnt mit einer Organspende und gilt erst als erfolgreich, wenn ein gespendetes Organ seinen Empfänger erreicht. Moderne Organerhaltungstechnologien leisten hierzu einen wichtigen Beitrag für mehr genutzte Spenderherzen und mehr gerettete Leben.
Über XVIVO
XVIVO ist das einzige Unternehmen für Medizintechnik mit dem Fokus, die Erhaltungszeit aller wichtigen Spenderorgane zu verlängern. Damit unterstützt XVIVO Transplantationsteams weltweit dabei, mehr Leben zu retten. Die Lösungen des Unternehmens ermöglichen es führenden Medizinern und Forschenden, Transplantationsmedizin kontinuierlich weiterzuentwickeln. Gegründet 1998, hat XVIVO seinen Hauptsitz in Göteborg, Schweden, und verfügt über Niederlassungen sowie Forschungsstandorte auf zwei Kontinenten. Das Unternehmen ist an der Nasdaq Stockholm unter dem Kürzel XVIVO notiert. Weitere Informationen finden Sie unter www.xvivogroup.com
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