Was junge Menschen über die Digitalisierung denken

Was junge Menschen über die Digitalisierung denken

Beim Finale des Digital Youngsters-Award 2018 präsentierten sieben Auszubildenden-Teams, wie sie sich die Ausbildung und Arbeit von morgen vorstellen. Gewinner war das Auszubildendenteam der CANCOM aus Köln.

Was junge Menschen über die Digitalisierung denken

Die Bundessieger am CANCOM-Präsentationsstand.

VR-Brillen, Roboter, an Computerspiele erinnernde Lernumgebungen – beim Finale des von WorldSkills Germany initiierten Bundeswettbewerbs “Digital Youngsters” zeigten sieben Auszubildenden-Teams, wie sie sich die Ausbildung und Arbeit von morgen vorstellen. Im Gegensatz zu den Plänen vieler Unternehmen, die Digitalisierung zur kosteneffizienteren und gewinnsteigernden Produktion zu nutzen, sehen junge Menschen eher den Menschen und dessen Work-Life-Balance im Mittelpunkt der Arbeitswelt der Zukunft. Die Digitalisierung spielt eine wichtige Rolle und wird auch die Ausbildung grundlegend verändern, aber immer zum Wohle der Lernenden und Lehrenden. Aus den ursprünglich 15 eingereichten Visionen zur Ausbildung 2030 ging beim Finale in der TeamBank AG Nürnberg das Team der CANCOM als Bundessieger hervor.

“Was uns als Jury an der Vision des Teams CANCOM überzeugte, ist die Zusammenführung vieler Aspekte, die in Zukunft von großer Bedeutung für die Ausbildung sein werden”, begründet Dr. Axel-Michael Unger, ehem. Präsident des Bundesverbands Deutscher Berufsausbilder und Mitglied der Jury, die Entscheidung. “Mit dem Projekt AI-Ducation Cloud haben die Auszubildenden eine Lernplattform entwickelt, die einen universellen Werkzeugkasten beinhaltet. Künstliche Intelligenz und Cloud basiertes Lernen ermöglichen individuelle Lernangebote ortsunabhängig zu nutzen. Das Konzept überzeugt durch seine Nachhaltigkeit, Gesundheitsförderung und Kosteneffizienz für Unternehmen und Berufsschulen. Am Ende konnte sich das Team CANCOM durch seine gesamtheitlichen Betrachtungen gegen ein sehr starkes Teilnehmerfeld durchsetzen.”

Auch Hubert Romer, Geschäftsführer von WorldSkills Germany, war von jedem Team begeistert: “Man kann sagen, dass alle Wettbewerbsbeiträge wie ein Fachgutachten sind. Sie sind so tief ausgearbeitet und detailliert beschrieben, auch in der Logik und Konsequenz sehr gut durchdacht. So wie die Konzepte sind, könnte man sie in eine Institution einbringen, um damit auch ein Zukunftslabor zu starten.”

Das Team der CANCOM setzte mit seinem Konzept auf eine Cloud basierte Lösung. Sie kann unabhängig vom Endgerät und in jedem Moment zur effizienten Teamarbeit genutzt werden. Eine integrierte künstliche Intelligenz ist das Hauptmerkmal, die den Lernenden zum Beispiel durch Analysen der Lernmuster unterstützt und auf die Individualität der Lernenden eingeht. Die Cloud-Anbindung ermöglicht eine gleichbleibende Qualität der Ausbildung in jedem Bundesland. Durch effizientes Zeitmanagement der Schüler mithilfe der KI kann der Lernende in weniger Zeit mehr lernen. Somit steigt die frei verfügbare Zeit der Auszubildenden und Lehrer. Auch entfällt die Investition in dedizierte Hardware und Lizenzen für Schulen. “Die Herangehensweisen der Teams waren einerseits sehr ähnlich, andererseits aber auch sehr speziell, sodass jeder seine Stärken zeigen konnte. Das war schon eine knappe Kiste, aber wir sind sehr froh, dass wir gewonnen haben”, freut sich Aleksej Grabovsky mit seinen CANCOM-Teamkollegen.

“Wir waren sehr gerne Gastgeber für den Digital Youngsters-Award 2018. Die Digitalisierung ist für uns ein ganz wichtiges Thema, aber in dem Zusammenhang eben auch Lernen und lebenslanges Lernen. Das fängt bei den Azubis an, geht über die Trainees aber auch über unser gesamtes Team bis hin zum Vorstand. Wir müssen uns öffnen und immer wieder neue Wege gehen,” fasste Dr. Christiane Decker, Mitglied des Vorstands der TeamBank AG, das Engagement des Unternehmens im Rahmen des Wettbewerbs zusammen. Die TeamBank hatte mit einer Gruppe eigener Auszubildenden darüber hinaus einen Ehrenpreis vergeben. “Gewonnen hat das Team der Audi AG, weil sie uns und unsere Azubis in der Art, wie sie an ihre Überlegungen herangegangen sind, überzeugt haben. Sie haben das Thema Individualisierung verbunden mit einer Modularisierung, sodass jeder sein eigenes Lerntempo aufnehmen kann und so lernen kann wie er das möchte, dabei aber alle Möglichkeiten hat. Die Digitalisierung trägt hier unglaublich dazu bei.”

Neben dem “Digital Youngsters-Award 2018” erhielt das CANCOM-Team einen Gutschein für einen Workshop bei der TriCAT GmbH in Ulm, dem Spezialisten für virtuelle 3D Lern- und Arbeitswelten sowie ein Tablet von Samsung, Kooperationspartner von WorldSkills Germany.

Die persönliche Entwicklung und Weiterbildung des Menschen sowie die Unterstützung der Ausbildung und des Arbeitsalltags mit Hilfe von VR-Umgebungen und Smart-Devices bildete den Fokus aller Finalteams. Während in den Diskussionen zum Thema Digitalisierung – z.B. beim derzeit in Nürnberg stattfindenden Digital-Gipfel – Experten aus Wirtschaft, Politik und Bildung zu Wort kommen, geben WorldSkills Germany und die Samsung Electronics GmbH, Kooperationspartner des Projekts, mit dem Wettbewerb “Digital Youngsters” jungen Menschen eine Stimme. Sie sind es schließlich, die die Arbeitswelt von morgen erleben und gestalten werden. Weitere Finalisten waren Teams der Audi AG, des Annedore-Leber-Berufsbildungswerks Berlin, der Heraeus Holding GmbH, der GP Günter Papenburg Unternehmensgruppe, der Brandt Zwieback GmbH & Co. KG und der Meisterschule für Schreiner Garmisch-Partenkirchen – Gruppe Oberfläche.

Ein während des Finales durchgeführtes BarCamp mit Nürnberger Berufsschülern zeigte, dass die jungen Fachkräfte zwar durchaus die Digitalisierung befürworten, die Entwicklung aber durchaus auch kritisch sehen. Gerade Umstrukturierungen in Unternehmen und die Einführung neuer Hard- und Software sollte nach ihnen wohl überlegt sein. “Digitalisierung ja, aber sinnvoll”, forderte eine Schülerin. Dies gälte sowohl für die Wirtschaft als auch für die Politik. Große Unternehmen sollten ihr Wissen zum Wohle aller mit kleineren Firmen teilen, damit auch diese eine Chance erhielten, mit der rasanten Entwicklung mitzukommen. Der Bildungsbetrieb müsse gleichzeitig flexibler und schneller werden. “Zwei Jahre alte Schulbücher sind schon heute nicht mehr aktuell”, sagt ein anderer Schüler. Gleichzeitig betont er: “Trotzdem sind auch wir jungen Menschen irgendwann gesättigt von all den digitalen Möglichkeiten. Ich nehme immer noch gern ein Buch in die Hand und schalte so einfach mal ab.”

Alle 15 teilnehmenden Teams
Annedore-Leber-Berufsbildungswerk
Annedore-Leber-Berufsbildungswerk und Flexim GmbH
Audi AG
BBW St. Franziskus Abensberg
Brandt Zwieback GmbH & Co. KG
CANCOM Pironet AG & Co. KG
GP Günter Papenburg Unternehmensgruppe
Heraeus Holding GmbH
Kriwan Industrie-Elektronik GmbH / Kriwan Testzentrum GmbH
Meisterschule für Schreiner Garmisch-Partenkirchen – Gruppe Oberfläche
Meisterschule für Schreiner Garmisch-Partenkirchen – Maschinenraum
Meisterschule für Schreiner Garmisch-Partenkirchen – Bankraum
Meisterschule für Schreiner Garmisch-Partenkirchen – Montage
ODU GmbH & Co. KG
Robert Hofmann GmbH

Die Jury
Andrea Zeus, Vorstandsvorsitzende WorldSkills Germany
Steffen Ganders, Director Corporate Affairs der Samsung Electronics GmbH
Peter Höhn, Manager Corporate Citizenship Samsung Electronics GmbH
Prof. Dr. habil. Christoph Igel, Scientific Director Educational Technology Lab Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) Berlin, Standortsprecher DFKI Berlin
Dr. Axel-Michael Unger, ehem. Präsident des Bundesverbands Deutscher Berufsausbilder
Jürgen Hollstein, Geschäftsführer Kuratorium der Deutschen Wirtschaft für Berufsbildung
Martin Hüppe, Geschäftsführer IServ GmbH

WorldSkills Germany fördert und unterstützt nationale und internationale Wettbewerbe nicht-akademischer Berufe und ist damit Botschafter für den Standort Deutschland. Die Wettbewerbe sind Impulsgeber für die Berufsbildung, wirtschaftliche Kontakte und Plattform zur Präsentation neuer Entwicklungen. Sie zeigen jungen Menschen frühzeitig Chancen auf und motivieren zu Bestleistungen in der Ausbildung. Der 2006 gegründete Verein WorldSkills Germany vereint Engagement und Ideen von derzeit fast 80 Mitgliedern, Partnern, Unternehmen und Verbänden. Er ist die nationale Mitgliedsorganisation von WorldSkills International und WorldSkills Europe. Vorstandsvorsitzende von WorldSkills Germany e.V. ist Andrea Zeus, Referentin beim Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe; Hubert Romer leitet WorldSkills Germany als Geschäftsführer. Als Partner von WorldSkills Germany setzt sich CWS-boco nicht nur für die Exzellenz in der Berufsbildung ein, sondern fördert auch die Ausbildung nicht akademischer Berufsbilder.

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