TU Berlin: Tausende Studienplätze in Berlin in Gefahr

Der Akademische Senat und das Kuratorium der TU Berlin schauen sehr besorgt auf die Hochschulvertragsverhandlungen im Land Berlin. Nachdem es zunächst so aussah, als würden die berechtigten Forderungen der Hochschulen in der Berliner Politik ausreichend Gehör finden, gibt es aktuell Grund zu großer Sorge. Die nun nicht öffentlich diskutierten Summen für die Hochschulen des Landes sind weit vom tatsächlichen Bedarf entfernt und würden mehrere tausend Studienplätze und den Wissenschaftsstandort Berlin nachhaltig gefährden.
Entsprechend unterstützt die Technische Universität Berlin ihren Präsidenten Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach bei den Verhandlungen um die Hochschulbudgets der Jahre 2014 bis 2017. Er ist gleichzeitig auch Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz.

“Berlin kann es sich nicht leisten, dass seine jungen Bewohnerinnen und Bewohner die Verlierer sind, sie in andere Bundesländer abwandern und ein international hochanerkannter Wissenschaftsstandort über mehrere Jahre hinweg geschädigt wird. Studienplätze, Ausbildungsplätze und Wis-senschaft gehören zu den wichtigsten Zukunftsperspektiven Berlins”, so der Präsident der TU Berlin, Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach.

Hintergrund
Berlin ist ein äußerst erfolgreicher und attraktiver Wissenschaftsstandort mit großer Leistungsfähigkeit, hoher Reputation und deutlichen Erfolgen auf allen Ebenen der Forschung und Lehre. Die Berliner Hochschulen haben auf diese Bedeutung für die Region Berlin auch in jüngster Zeit immer wieder hingewiesen. Dieser Status Quo ist Ausgangsposition der Hochschulen für die laufenden Verhandlungen mit dem Berliner Senat. Ihre Forderungen zielen ausschließlich darauf ab, den erreichten Status Quo zu halten. Dafür benötigen sie einen jährlichen Aufwuchs um zirka 3,8 Prozent. Am Ende der neuen Vertragsperiode im Jahr 2017 wäre damit ein Aufwuchs in Höhe von 147 Millionen Euro im Vergleich zum Jahr 2013 notwendig. Dieser Aufwuchs ist allein den steigenden Ausgaben geschuldet, die nicht durch die Hochschulen beeinflussbar sind. Dazu gehören Tariferhöhungen, die Inflationsrate und die steigenden Energiekosten. Der Akademische Senat und das Kuratorium der TU Berlin sind sich bewusst, dass diese Summe höher ist, als die im Koalitionsvertrag festgelegte prozentuelle Steigerung.

“Das Land Berlin muss jetzt Farbe bekennen und sich positionieren. Wir sind der Garant dafür, dass die Jugendlichen in der Stadt gut ausgebildet und dass hochwertige Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden. Berlin hat mit seinen Hochschulen einen Trumpf in der Hand, der auch international sehr geschätzt wird. Wir appellieren an das Land, ein deutliches Zeichen zu setzen für unsere jungen Menschen, für ihre Studienplätze und für die Wettbewerbsfähigkeit der Berliner Forschung. Würden die Hochschulverträge, die momentan verhandelt werden, nicht den unabwendbaren Aufwuchs bekommen, baut das Land Berlin automatisch Studienplätze und auch Arbeitsplätze in den Universitäten ab. Sollten allein nur 10 Millionen Euro gespart werden müssen, würde das der Vernichtung von 3000 Studienplätzen im ersten Hochschulsemester in Berlin entsprechen. Hinzu kommt, dass die TU Berlin größter Ausbildungsbetrieb im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf für 160 Auszubildende in 15 verschiedenen Ausbildungsberufen ist. Auch hier wäre die Universität gezwungen, eine erhebliche Anzahl an Ausbil-dungsplätzen zu reduzieren. Das sollte allen Beteiligten und der Berliner Öffentlichkeit klar sein”, sagt Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach.

Der Wert der Hochschulen für das Land Berlin
Jeder in die Berliner Universitäten investierte Euro aus der öffentlichen Landeskasse zieht zwei Euro an Wertschöpfung für die Hauptstadt nach sich. Dies ergab jetzt eine Studie der DIW econ GmbH, die erstmals die regionalökonomischen Effekte der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Universität der Künste Berlin zusammen beleuchtet. Rund 1,7 Milliarden Euro erwirtschafteten die Berliner Universitäten im Jahr 2011 an regionaler Wertschöpfung. Dem gegenüber standen 840 Millionen Euro an Steuergeldern, die im selben Jahr vom Land Berlin in die Universitäten flossen. Der ausgelöste Effekt der Universitäten für den Standort ist demnach doppelt so hoch wie die öffentliche Investition des Landes Berlin in sie. Auch die 96.000 Studierenden der vier Universitäten kurbeln durch ihren Konsum die Wirtschaft in der Hauptstadt an. Im Jahr 2011 gaben sie rund eine Milliarde Euro aus.

Bester Forschungsstandort Deutschlands
Der Erfolg der Berliner Hochschul- und Wissenschaftseinrichtungen wird auch durch ihre Drittmittelbilanz im jüngsten “Förderatlas 2012” bestätigt, den die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft vorlegten. Berlin konnte sich demzufolge zwischen 2008 und 2010 weiter verbessern und liegt mit insgesamt 631 Millionen Euro DFG-Fördergeldern für alle Berliner Wissenschaftseinrichtungen nun deutlich an der Spitze der deutschen Regionen. Die DFG-Fördergelder werden durch eine strenge wettbewerbliche Auswahl an die besten Forschungsvorhaben vergeben.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Stefanie Terp, Pressespreche-rin der TU Berlin, Tel.: 030/314-23922, E-Mail: pressestelle@tu-berlin.de

Die Medieninformation der TU Berlin im Überblick:
www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/

Die TU Berlin versteht sich als international renommierte Universität in der deutschen Hauptstadt, im Zentrum Europas. Eine scharfe Profilbildung, herausragende Leistungen in Forschung und Lehre, die Qualifikation von sehr guten Absolventinnen und Absolventen und eine moderne Verwaltung stehen im Mittelpunkt ihres Agierens. Ihr Streben nach Wissensvermehrung und technologischem Fortschritt orientiert sich an den Prinzipien von Exzellenz und Qualität.

Kontakt:
TU Berlin, Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Alumni
Stefanie Terp
Straße des 17. Juni 135
10623 Berlin
030/314-23922
pressestelle@tu-berlin.de
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/menue/service_fuer_journalisten/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


CAPTCHA-Bild
Bild neu laden