Steigen 2012 unsere Lebensmittelpreise?

Die deutsche Ernährungsindustrie hat im Jahr 2011 einen Umsatz von 162,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das entspräche einem moderaten Wachstum von 1,3 Prozent, gibt die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) bekannt. Die Branche erfreute sich einem steigenden Auslandsumsatz von 13 Prozent und exportierte deutsche Lebensmittel und Getränke im Wert von 48 Milliarden Euro. Doch macht sie sich nach wie vor Sorgen um die Ertragslage – angesichts der stetig steigenden Rohstoffpreise. Die Preise für Lebensmittel müssten, laut BVE, in diesem Jahr um drei bis vier Prozent steigen, um den Ertragsdruck in der Industrie zu mindern.

Schock in 2011: Preise von Getreide und Ölsaaten erhöhten sich um 41 Prozent

Der Rohstoffpreisindex des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) für Nahrungs- und Genussmittel lag um 23 Prozent über dem Wert von 2010. Die 13 wichtigsten Agrarrohstoffe verteuerten sich um 19 Prozent. Die Preise von Getreide und Ölsaaten erhöhten sich sogar um 41 Prozent. Ursache seien die zunehmende Nachfrage nach Agrarprodukten durch eine wachsende Weltbevölkerung, neue Konsumgewohnheiten in Schwellenländern sowie Ernteschwankungen und die Verwendung von Agrarrohstoffen zur Energieerzeugung. Und es geht weiter: Laut einer BVE-Branchenumfrage erwarten 88 Prozent der Unternehmen für 2012 noch höhere Rohstoffpreise.

Gespaltene Lager: Geben Händler die Kosten an die Kunden weiter?

Problem und Segen zugleich: Der harte Preiswettbewerb im deutschen Lebensmitteleinzelhandel sorgt dafür, dass die Händler Preiserhöhungen für Rohststoffe nicht in notwendigem Umfang auf die Kunden übertragen und stattdessen sinkende Marge in Kauf nehmen. Kunden könnten sich daher weiterhin auf ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis einstellen, schreibt die Lebensmittelzeitung. Sie zitiert Rewe-Vorstandschef Alain Caparros mit den Worten: “Wir können nicht einfach jede Preiserhöhung eins zu eins an der Kunden weitergeben”. Anderer Meinung ist Tengelmann-Inhaber Karl-Erivan Haub, der im gleichen Bericht bekanntgibt, dass für die unternehmenseigenen Supermärkte folgendes gelte: “Steigende Rohstoffpreise werden weitergegeben”.

Vor einem ähnlichen Dilemma stünden auch die Hersteller selbstklebender Etikettenmaterialien, erklärt Marc Büttgenbach, Sales Director Labels and Consumables bei Bizerba und Vorstandsmitglied der Wirtschaftsverbände Papierverarbeitung (WPV). Die steigenden Rohstoffpreise ließen sich nicht auf die Kunden übertragen. “Sie sind die niedrigen Preise der Krisenzeit gewöhnt, und viele Marktteilnehmer bleiben bei diesen Preisen. Dieser Trend lässt sich nicht nur bei den Etiketten beobachten, sondern auch bei flexiblen Verpackungen und Kartonagen”. Bereits zwischen Januar 2010 und Januar 2011 seien Harze für LDPE, PP und PET um 35 Prozent teurer geworden.

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