Statt Krankenstand-Debatte: Neue Praxis-Pakete für gesunde Führung

Statt Krankenstand-Debatte: Neue Praxis-Pakete für gesunde Führung

Während die Politik über die „Notwendigkeit“ von Krankschreibungen diskutiert, setzt die Wirtschaftspsychologin Dr. Anne Katrin Matyssek bei der Führung an: Mit sechs neuen Praxis-Paketen.

BildEine Führungskraft ist an Influenza erkrankt – und klebt, statt zu Hause zu bleiben, ihre Bürotür mit Plastikfolie ab, damit sich niemand ansteckt. Diese Szene, von einer Kundin berichtet, wirkt auf den ersten Blick absurd. Auf den zweiten Blick zeigt sie ein grundlegendes Missverständnis darüber, wann man nicht arbeitet, was verantwortungsvolle Führung bedeutet und wie sehr Präsenz mit Leistung verwechselt wird.

Genau hier setzt Dr. Anne Katrin Matyssek an. Die aktuelle Debatte – ausgelöst durch die Frage, ob ein durchschnittlicher Krankenstand von rund 14,5 Tagen „wirklich notwendig“ sei – greift aus ihrer Sicht zu kurz. „Solange wir über die Notwendigkeit von Krankenstand diskutieren, verfehlen wir das eigentliche Thema“, sagt Matyssek. „Krankenstand ist keine Zielgröße, die man optimiert. Er ist ein Spiegel: von Arbeitsdichte, von psychischer Belastung, von Führungsqualität und davon, wie sicher sich Menschen fühlen, wenn sie krank zu Hause bleiben.“

Aus Sicht des von ihr entwickelten Positiven Fehlzeiten-Managements (POSFZM) ist Krankenstand weder gut noch schlecht – er ist ein Hinweis darauf, wie arbeitsfähig Menschen sind und wie sie geführt werden. Die spannendere Frage laute deshalb nicht „Sind 14,5 Tage notwendig?“, sondern: „Welche Arbeits- und Führungskultur bringt Menschen dazu, krank zur Arbeit zu kommen – und wie schaffen wir echte Anwesenheit?“

Sechs Gespräche, die den Unterschied machen

Die Antwort darauf liegt für Matyssek im direkten Gespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden. Die sechs neuen Praxis-Pakete „für Echte Anwesenheit“ widmen sich jeweils einer dieser Gesprächssituationen – vom Anerkennungsgespräch über das Gespräch bei Krankmeldung und die Begrüßung nach der Rückkehr bis hin zum Gespräch mit Langzeit-Erkrankten und zum Thema Auslastung und Erholung.

Jedes Paket enthält praxisnahe Bausteine: einen Gesprächsleitfaden mit konkreten Formulierungen, kurze Mikro-Lern-Kurse für die schwierigen Situationen drumherum, Fibeln zum Nachschlagen, Transfer-Karten für den Schreibtisch sowie ein „Heute-Blatt“ zur eigenen Reflexion. Der Aufwand ist bewusst niedrig gehalten – ein Paket lässt sich in rund 60 Minuten bearbeiten, aufgeteilt in Häppchen von fünf bis zehn Minuten.

Bemerkenswert ist, worauf die Pakete bewusst verzichten: Sie versprechen keine Senkung des Krankenstands. „Ich halte nichts davon, Führungskräften zu suggerieren, sie könnten Fehlzeiten per Gespräch wegdrücken“, so Matyssek. „Es geht um Haltung und um echte Zugewandtheit – mit Kopf und Herz. Wer Menschen gut führt, verändert die Kultur. Der Krankenstand ist dann höchstens ein Nebeneffekt, nie das Ziel.“ Auch auf das Nachverfolgen des Lernfortschritts verzichtet sie aus Überzeugung – eine bewusste Entscheidung für Vertrauen statt Kontrolle.

Die Praxis-Pakete richten sich an Führungskräfte ebenso wie an Verantwortliche aus Personal und betrieblichem Gesundheitsmanagement. Sie sind ab dem 3. Juni 2026 verfügbar: als Einzelpaket für 49 Euro, als persönliche Lizenz über alle sechs Pakete für 249 Euro sowie als Organisationslizenz für ganze Unternehmen, deren Preis sich nach der Mitarbeitendenzahl richtet und individuell auf Anfrage erstellt wird. Informationen unter: do-care.de/praxis-pakete

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Über do care!
Dr. Anne Katrin Matyssek ist Diplom-Psychologin und seit 1998 auf gesunde Führung und betriebliches Gesundheitsmanagement spezialisiert. Unter der Marke do care! entwickelt sie Konzepte, Seminare und digitale Produkte rund um das Positive Fehlzeiten-Management und hat bis heute über 300 Trainerinnen und Trainer ausgebildet. Ihr Leitsatz: Alle da, fit, motiviert!

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