Schirmherrin Sylvia Löhrmann setzt Lichter der Hoffnung in Köln

Zum Jahrestag der Katastrophe in Tschernobyl: “Erinnern für eine gemeinsame Zukunft in Europa”

Schirmherrin Sylvia Löhrmann setzt Lichter der Hoffnung in Köln

Gedenkstunde und Kerzenaktion am Vorabend des 27. Tschernobyl-Jahrestags am Kölner Dom.

Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, und Elfi Scho-Antwerpes, Bürgermeisterin der Stadt Köln, setzten am Vorabend des 27. Tschernobyl- Jahrestages in Köln Lichter der Hoffnung. Bei einer der größten Kerzenaktionen, die im Rahmen der Europäischen Aktionswochen “Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima” zeitgleich in zehn Ländern stattfanden, gedachten mehrere hundert Menschen gemeinsam mit dem ehemaligen Liquidator Jurij Vatzkel aus der Ukraine der vergessenen Retter Europas und der Opfer der beiden Reaktorkatastrophen.

Jurij Vatzkel war von Ende Mai bis zum 14. Juli 1986 als Oberleutnant im 731. Spezialbataillon in Tschernobyl eingesetzt. Er schilderte nüchtern, wie er abkommandiert wurde. “Für das Zusammenpacken hatte ich 15 Minuten Zeit. Ich konnte noch nicht einmal meine Ehefrau benachrichtigen. Beim ersten Antreten sagte man uns, dass im 30-km-Sperrgebiet das Kriegsrecht ausgerufen wurde.”

Die Lebenserinnerungen von Zeitzeugen aus der Ukraine und Belarus sowie aktuelle Einschätzungen von Beobachtern der Situation in Japan stehen im Mittelpunkt der Europäischen Aktionswochen “Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima” vom 20. bis 28. April 2013. “Ihre Berichte machen deutlich, dass wir dringend eine nachhaltige Energiepolitik in Europa brauchen”, unterstreicht Peter Junge-Wentrup, Geschäftsführer des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks in Dortmund (IBB Dortmund), das Ziel der Aktionswochen.

Rund 850 000 Männer und Frauen waren nach dem 26. April 1986 im Einsatz, um den havarierten Reaktor in Tschernobyl zu sichern. Das IBB Dortmund ermöglicht Zeitzeugengespräche in allen 150 Städten, um die Erinnerung an die vergessenen Retter Europas wachzuhalten. Ziel ist ein Lernen aus der Geschichte für eine gemeinsame Zukunft in Europa.

Die 500 Schüler der Abendrealschule der Stadt Köln hatten sich bereits in der laufenden Aktionswoche “Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima” intensiv mit den Ereignissen in Tschernobyl und Fukushima beschäftigt. Ihr Gesprächspartner Jurij Vatzkel aus der Ukraine war bereits zu Zeitzeugengesprächen in der Schule, die die Aktivitäten für Köln organisiert hatte, und nahm am Donnerstag /25.04.2013) an der Kerzenaktion teil.

Die Europäischen Aktionswochen sind ein Projekt des IBB Dortmund und weiterer Partner aus der Tschernobyl- und Umweltbewegung in Europa. Ministerin Sylvia Löhrmann hat die Schirmherrschaft für die Europäischen Aktionswochen in Nordrhein-Westfalen übernommen. “Diese Initiativen machen auf das Schicksal der betroffenen Menschen in den kontaminierten Gebieten aufmerksam. Sie sensibilisieren für die Frage, warum es so weit kommen musste und was wir tun können, um zukünftigen Katastrophen vorzubeugen”, sagte die Ministerin. “Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass junge Menschen die Zuversicht gewinnen, dass sie bei aller Komplexität weltweiter Ereignisse auch selbst zu einer nachhaltigen und gerechten Welt beitragen können.”

“27 Jahre liegen die Ereignisse von Tschernobyl schon zurück und doch können sich viele Ältere noch an dieses beklemmende Gefühl erinnern, das die Welt erstarren ließ”, erinnerte Elfi Scho-Antwerpes, Bürgermeisterin der Stadt Köln, an die Ereignisse 1986. Dennoch verblasse die Erinnerung bei vielen Menschen in Westeuropa zunehmend – auch die Erinnerung an die Katastrophe von Fukushima vor zwei Jahren. “Deshalb senden wir heute unsere Lichter in die Nacht. Wir dürfen nicht zulassen, dass in Vergessenheit gerät, wie existenziell bedrohlich die Atomenergie ist.”

Bildrechte: IBB Dortmund

Grenzen überwinden – das ist der Leitgedanke des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks in Dortmund seit seiner Gründung in 1986. Dabei geht es nicht nur um Ländergrenzen, sondern auch um die Grenzen im eigenen Wissen und Verstehen. In jährlich mehr als 100 Studienfahrten, Trainings und Jugendbegegnungen ist das “Lernen aus der Vergangenheit für eine gemeinsame Zukunft in Europa” zentral. Belarus bildet dabei einen besonderen Schwerpunkt. Das IBB engagiert sich im Europäischen Tschernobyl-Netzwerk (ECN) und veranstaltet seit 1995 regelmäßige Partnerschaftskonferenzen.

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