Onkologische Rehabilitation – Und dann? Wie geht es weiter nach Krebs?

Individuell, mitbestimmt und zielorientiert auf dem Weg zurück ins aktive Leben finden

 

  • Neues Klinikkonzept „Partizipative Rehabilitation“ mit modernen wissenschaftlich fundierten Elementen aus Psychologie, Bewegung und Ernährung
  • Mitbestimmung und Mitgestaltung durch die Patienten in der onkologischen Rehabilitation, bereits vor der Reha durch persönlichen Mitmach-Plan
  • Bessere und individuellere Therapie-Planung durch den behandelnden Arzt
  • Alltagsintegration – entscheidend für den weiteren Prozess der Gesundung nach der Reha

 

Mit dem neuen Klinikkonzept der partizipativen Rehabilitation integriert die Asklepios Klinik Triberg moderne wissenschaftlich fundierte Elemente in den Bereichen Psychologie, Bewegung und Ernährung in ihre onkologische Rehabilitation. Die Patienten werden darin unter­stützt, einen gesundheitsori­entierten Lebensstil mit zu entwickeln und diesen auch nach ihrer Rehabilitation im Alltag fortzuführen.

 

Partizipative Rehabilitation setzt auf Mitbestimmung und Mitgestaltung durch den Patienten, und das bereits vor dem eigentlichen Reha-Beginn. Der vorab auszufüllende persönliche Mitmach-Plan in Form der Rehaplan-Mappe ermöglicht den Patienten, aus den umfangreichen Therapie­angeboten in den Bereichen Bewegung, Ernährung und Selbstfürsorge zu wählen und so die eigene Reha aktiv mitzugestalten. Der behandelnde Arzt erfährt damit schon im Vorfeld der onkologischen Rehabilitation, welche Inhalte dem Patienten wichtig sind. Daraus wiederum kann eine bessere und individuellere Therapie-Planung erfolgen. Schon an dieser Stelle werden die Grundsteine für die spätere Integration und Motivation im Alltag gelegt.

 

Neben der Diagnostik und den klassischen Reha-Maßnahmen erfahren die Patienten in Triberg einen individuell abgestimmten Reha-Ablauf, fürsorgliche Betreuung und Zeit für persönliche Gespräche. Verschiedenste Therapiestationen für eine ganzheitliche Bewegungs- und Physiothera­pie stehen zur Ergänzung des Rehabilitations­planes zur Verfügung.

 

„Eine qualitativ hochwertige Reha endet nicht mit dem eigentlichen Reha-Aufenthalt, sondern bedarf einer ebenso qualitativen Nachsorge, um den Schritt in ein selbstbestimmtes Leben zu meistern. Die Alltagsintegration ist entscheidend für den Prozess der Gesundung im Anschluss an die Reha. Dazu werden während des Aufenthalts verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten für zuhause aufgezeigt, wie die Erkenntnisse aus der onkologischen Reha in den Alltag integriert werden können.“, erläutert Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Widmann, Chefarzt der Asklepios Klinik Triberg, Fachklinik für Onkologie, Anschlussrehabilitation und Rehabilitation.

 

Die Patienten lernen, dass Bewegung ein wichtiger Einflussfaktor im Gesundungsprozess ist.

Ziel ist es, die körperliche Leistungs­fähigkeit zu stärken, Schlafstörungen und Schmerzen zu reduzieren sowie persönliche Einschränkungen aufzulö­sen und das Wohlbefinden merklich zu steigern. Neuere wissenschaftliche Untersuchun­gen zeigen, dass körperliche Bewegung der bisher einzig bekannte Mechanismus ist, wie Menschen selbst und aktiv die Erbsubstanz stabilisieren können und damit einer Krebsentstehung entgegen­wirken können. Gleiches gilt auch für das Verhindern von Krebsrückfällen.

 

Weiterer Ansatz mit der Möglichkeit des Fortführens der sportlichen Betätigung zuhause ist der Milon Zirkel, ein Gerätezirkel, der Übungen für Kraft und Ausdauer kombiniert. „Bei uns in der Asklepios Klinik Triberg können die Patienten das Zirkeltraining testen und, wenn sie es für gut befinden, im Fitnesscenter daheim vor Ort fortsetzen. Auch abwechslungsreiche Outdoor-Aktivitäten, wie Spaziergänge, Nordic-Walking oder Schneeschuhwanderungen lassen sich sehr gut in den neuen Alltag integrieren.“, erklärt André Schneider, Sportwissenschaftler (M.A.) und Sporttherapeut in der Asklepios Klinik Triberg.

 

Am Ende des Aufenthaltes erhält jeder Patient einen Turnbeutel voll an Hilfsmitteln, der persönlich für ihn aus seiner Reha zusammengestellt wird. Dieser bietet Unterstützung für zuhause, z. B. mit der movival® Medical App und Video-Tipps für Aktivitäten und Bewegung.

 

Fazit

Das neue Klinikkonzept der partizipativen Rehabilitation soll die Patienten raus aus der Passivität hinein in die Aktivität und in ein selbstbestimmtes Leben bringen. Ziel ist es, dass jeder mit einem klaren Bild aus der onkologischen Reha entlassen wird, wie das Leben weitergeht und welche Schritte weiterführend notwendig sind.

 

Hintergrund

Das wissenschaftlich evaluierte Klinikkonzept „Bewegung ist Leben – Bewegung nach Krebs“ wird seit der Einführung vor ca. zwei Jahren in der Asklepios Klinik Triberg erfolgreich umgesetzt. Regelmäßige Bewegung ist nur eine von drei Säulen, die maßgeblich für den nachhaltigen Erfolg einer Reha entscheidend sind. Daneben sind Verhaltensweisen in Bezug auf Ernährung und der Umgang mit Stresssituationen ausschlaggebend für die körperliche Gesundung.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass aktive Bewegung das Risiko von Krebserkrankungen und -rückfällen bis zu 67 Prozent senkt. Das beweisen internationale Langzeitstudien und die über 15 Jahre lange Forschungsarbeit von Priv.-Doz. Dr. med. Thomas Widmann. Als Chefarzt an der Asklepios Fachklinik für Onkologie, Anschlussrehabilitation und Rehabilitation in Triberg/Schwarzwald integriert er eigene wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen mit denen internationaler Forschergruppen in ein eigenständiges Therapie- und Bewegungskonzept. Es baut auf der Kern-Erkenntnis auf, dass durch ein regelmäßiges Bewegungsprogramm eine Aussicht für Patienten besteht, das Krebsrückfallrisiko signifikant zu senken.

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