Motivationsschreiben: So geht’s richtig 

Sie müssen ein Motivationsschreiben verfassen, doch Sie wissen nicht wie? So geht’s richtig! Der wichtige Inhalt – die passende Darstellung – eine sichere Gliederung – die fatalsten Fehler

Motivationsschreiben: So geht’s richtig

Ein Motivationsschreiben ist ein zusätzliches Dokument bei Ihrer Bewerbung. Dabei ist dieses Schreiben nicht zwingend notwendig, vor allem, wenn es nicht explizit verlangt wird. Für einen Job und ein Studium wird meist kein Motivationsschreiben benötigt, bei Stiftungen und Stipendien ist dieses wiederum nahezu Pflicht. 

Ein Motivationsschreiben – Was ist das?

Wie zuvor schon erwähnt, ist das Motivationsschreiben ein Zusatz zur eigentlichen Bewerbung neben Anschreiben und Lebenslauf. Sie können es sich als Erweiterung beziehungsweise Ausführung Ihres Anschreibens vorstellen. Jedoch ist das Motivationsschreiben deutlich persönlicher und weniger formal gehalten. Sie geben dadurch einen tieferen Blick in Ihre Persönlichkeit. Das Unternehmen oder die Stiftung kann Sie nun besser einschätzen und versteht Ihre Motivation. Dieser Vorteil ist unheimlich wichtig, weshalb eine gute Bewerbung mit Motivationsschreiben schnell zu einem Bewerbungsgespräch führen wird. Das Motivationsschreiben steht an letzter Stelle Ihrer Bewerbung, also nach Anschreiben, Deckblatt und Lebenslauf.  

Welcher Inhalt muss in ein Motivationsschreiben?

In ein Motivationsschreiben gehört eine Mischung aus Ihrem Anschreiben und dem Lebenslauf. Doch immer beachten: persönlich und nicht zu formal. 

  1. Kurzprofil

In dem Kurzprofil geben Sie einen Einblick in Ihre Kompetenzen und Ihre Persönlichkeit. Was sind Ihre Fähigkeiten? Was sind Ihre beruflichen Qualifikationen? Bei Ihren Fähigkeiten müssen Sie nicht streng darauf achten, dass diese perfekt auf den zukünftigen Arbeitgeber oder das Berufsfeld passen. Geben Sie dem Unternehmen einen Einblick in Ihre Hobbys, das macht Sie sympathischer. Sie müssen sich vorstellen, dass bei einem großen Unternehmen etliche Bewerbungen durchgelesen werden müssen. Sollten Sie Ihre Bewerbung zu langweilig und unsympathisch gestalten, wird diese aussortiert. Das klingt hart, ist aber Realität. 

  1. Motivation

Dieser Inhalt gibt dem Motivationsschreiben seinen Namen. Beschreiben Sie, warum genau Sie perfekt für diese Stelle geeignet sind. Was können Sie dem Unternehmen bieten? Welchen Mehrwert haben nur Sie? Was im Anschreiben angeklungen ist, soll im Motivationsschreiben fortgeführt und vertieft werden. Nennen Sie knappe, aber starke Argumente, die sofort überzeugen. Mit einem guten Motivationsschreiben müssen Sie sich von der Masse abheben und positiv herausstechen.

Fließtext oder Aufzählung?

Neben dem Inhalt ist die Darstellung Ihres Motivationsschreibens bedeutsam. Schließlich zählt der erste Eindruck. Kreieren Sie ein eigenes Design für Ihre komplette Bewerbung. Standardvorlagen sind langweilig und fallen nicht positiv auf. Kreativität hingegen wird oft sehr geschätzt. Sie haben die Wahl zwischen zwei Optionen für Ihr Motivationsschreiben.

  1. Fließtext

Mit einem Fließtext können Sie sowohl alle relevanten Informationen darstellen, als auch mit Ihrem Sprachstil überzeugen. Wichtige Punkte werden dabei in vielen einzelnen Abschnitten erläutert, um die Übersichtlichkeit zu erhöhen.

  1. Aufzählung

Im Gegensatz zu einem Fließtext sind Stichpunkte sehr kurz und prägnant. Eine gute Formulierung ist dabei nicht nötig. Aufzählungspunkte ergeben eventuell eine bessere Übersicht. Dafür sind diese weniger persönlich als ein Fließtext. 

Gliederung eines Motivationsschreibens

Haben Sie Ihre bevorzugte Darstellung ausgewählt? Nun müssen Sie Ihr Motivationsschreiben untergliedern. Bewerben Sie sich stets mit einer sauberen Darstellung und Gliederung. So behält das Unternehmen Sie im Kopf.

Überschrift

Sie haben bei der Formulierung Ihrer Überschrift zwei Möglichkeiten. Entweder Sie formulieren eine Frage oder eine Aussage. Gute Vorschläge wären:

  • Warum sollten Sie mich einstellen?
  • Das ist mir wichtig
  • Das zeichnet mich aus

Einleitung

Der erste Satz muss absolut überzeugen. Nutzen Sie keine Standard-Formulierungen und Floskeln wie „hiermit bewerbe ich mich …“. Kommen Sie möglichst schnell zum Punkt und lassen Sie unnötige Füllwörter und Sätze raus. Sie machen damit sofort klar, was Ihre Fähigkeiten sind und prägen diese im Kopf des Lesers ein. 

Hauptteil

Wiederholen Sie keinen Inhalt aus dem Anschreiben. Erweitern Sie diesen und untermauern Sie Ihre Fähigkeiten mit Argumenten. Nennen Sie Höhepunkte in Ihrem Leben, Zusatzqualifikationen und soziales Engagement. Beantworten Sie mit dem Hauptteil unbedingt diese Fragen:

  • Warum will ich die Stelle oder das Stipendium für das Studium?
  • Was ist meine Begeisterung?
  • Welchen Mehrwert biete ich für das Unternehmen?
  • Warum passe ich perfekt zu der angebotenen Stelle?

Schluss

Verwenden Sie für den Schluss auf keinen Fall den Konjunktiv. Sie zeigen damit nicht unbedingt Selbstbewusstsein. Schreiben Sie besser: „Ich freue mich über eine Einladung zu einem Gespräch“. Das vermittelt Klarheit und Selbstbewusstsein.

So nicht – vermeidbare Fehler

Bei einem Motivationsschreiben können Sie schnell ins Fettnäpfchen treten. Die größten Fehler können Sie jedoch mit unseren Tipps vermeiden. Damit hinterlassen Sie bestimmt einen guten Eindruck.

Nur bei explizitem Wunsch

Ganz wichtig: Erstellen Sie nur ein Motivationsschreiben, wenn dieses wirklich gewünscht wird. Finden Sie keine Angaben darüber, lassen Sie das Schreiben besser weg. Bei manchen Unternehmen gibt es nämlich extrem viele Bewerber. Schreibt jeder Bewerber noch ein Motivationsschreiben hinzu, werden die Personalleiter nicht fertig mit Lesen.

Überflüssige Informationen

Zu überflüssigen Informationen zählen beispielsweise Wiederholungen und Informationen, welche rein gar nichts mit dem Beruf zu tun haben. Der Grat zwischen Irrelevanz und weiterreichenden Fähigkeiten kann sehr gering sein. Mit gesundem Menschenverstand können Sie jedoch abschätzen, was das Unternehmen interessieren könnte und was nicht. Haben Sie überzeugt, können Sie weitergehende Interessen und Fähigkeiten auch im Bewerbungsgespräch nennen.

Kompakt halten

Alle Ihre Fähigkeiten und Daten sollten Sie möglichst kurz und kompakt halten. Das Unternehmen möchte schnell und einfach alle signifikanten Punkte im Blick haben und danach entscheiden können. Ihr Motivationsschreiben sollte aus diesem Grund nie länger als zwei DIN-A4-Seiten sein. Besser ist sogar nur eine DIN-A4-Seite.

Schaffen Sie Mehrwert

Mit einem Motivationsschreiben sollen Sie sich nicht rechtfertigen, sondern dem Unternehmen klarmachen, was die Vorteile von Ihnen sind. Schaffen Sie das, bleibt dem Unternehmen keine andere Wahl, als Sie zu einem Bewerbungsgespräch einzuladen.

Thesen belegen

Es bringt rein gar nichts Behauptungen in den Raum zu werfen, ohne diese belegen zu können. Klären Sie immer das „Warum“ hinter Ihrer These. Behaupten kann jeder.

Fazit – Ein gelungenes Motivationsschreiben

Verfolgen Sie bei Ihrem Motivationsschreiben den Leitsatz: „Qualität statt Quantität“. Geben Sie wirklichen Mehrwert und stellen Sie keine unbelegten Behauptungen auf. Wenn der Inhalt stimmt, gerät der formale Teil in den Hintergrund. Denn es geht schließlich um Sie als Person.

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