Krise als Chance begreifen

(ddp direct) Bonn, 03.07.2012 – Beim 11. Petersberger Forum der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG (www.petersberger-forum.de) stand am 27. Juni 2012 das Jahr 2012 im Vordergrund. Der Ethnologe Nikolai Grube sprach über Apokalypsen 2012 Wie der Maya-Kalender missbraucht wird. Die Staaten Europas und deren Entwicklung hatte der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht, Udo Di Fabio, im Blick. Die Energieexpertin Claudia Kemfert nahm sich der drei Krisen Energie, Klima und Finanzen an und zeigte Wege zu deren Lösung auf. 450 Gäste aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft ließen sich mitnehmen auf diese besondere Reise durch die Welt und diskutierten mit.

Maya-Kalender: Der Weltuntergang findet nicht statt

Der Ethnologe, Altamerikanist und Maya-Experte Nikolai Grube stellte gleich zu Anfang klar: Der von Esoterikern und in Internet-Foren heiß diskutierte Weltuntergang am 21. Dezember 2012, wie ihn die Maya angeblich vorhergesagt haben, findet nicht statt. Nach dem Maya-Kalender endet im Dezember nur der dreizehnte 400-Jahres-Zyklus, in etwa vergleichbar mit unserer Jahrtausendwende. Danach beginnt ein neuer Zyklus. Die Maya würden hier zu einem Spiegel heutiger Wünsche und Sehnsüchte gemacht und unzulässiger Weise vereinnahmt. Grube berichtete von den Leistungen der Maya: dass sie völlig unabhängig von Einflüssen die Zahl Null entwickelt haben und enorme Kenntnisse in Astronomie und Naturwissenschaften hatten. Die Entzifferung der Hieroglyphen der Maya habe 150 Jahre gedauert, bis heute seien ca. 250 der 800 Zeichen nach wie vor nicht lesbar. Der starke Wunsch nach mehr Wissen über diese Kultur würde ihn bis heute enorm reizen. Die bis heute bekannten 30 verschiedenen Maya-Sprachen könne man bei ihm jeden Dienstag an der Universität in Bonn erlernen.

Di Fabio: Europa nur mit Nationalstaaten

Der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht und Professor für Öffentliches Recht, Udo Di Fabio, bekannte sich zu den Nationalstaaten Europas. Diese seien entgegen der weitläufigen Meinung kein Auslaufmodell: Der freiheitliche Zusammenschluss der Staaten Europas wird nie über zentralstaatliche Herrschaft gelingen, sondern nur über fortbestehende kooperationsfähige Nationalstaaten, die sich in einen supranationalen Ordnungsrahmen einfügen und ihre Pflichten erkennen. Dazu seien Staaten nötig, die ordentlich Buch führen, die Steuern gleichmäßig einziehen und die Ausgaben und Einnahmen im Gleichgewicht halten. Es müsse erst die aktuelle Schuldenkrise gelöst werden, danach könne die Idee eines europäischen Bundesstaates weiterentwickelt werden. Dieser dürfe keine Transfer-Union sein: Neben der Solidarität ist das Prinzip der Eigenverantwortung noch wichtiger, so Di Fabio.

Kemfert: Krise als Chance begreifen

Die Energieexpertin Claudia Kemfert stellte sich der Frage, ob die geplante Energiewende in den nächsten Jahren zu schaffen sei. Energiewende heiße, dass bis zum Jahr 2050 die Stromversorgung zu 80 Prozent aus erneuerbaren Energien gewährleistet sei. Das ist zu schaffen. Klimaschutz ist der Weg aus der Krise, denn wir können drei Krisen mit einer Klappe schlagen: die Wirtschaftskrise, die Energiekrise und die Klimakrise, so die Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin. Dafür müsse ein Fünf-Punkte-Plan klug umgesetzt werden. Kemfert: Dazu gehört der Ausbau der Stromnetze in Deutschland und Europa, der Neubau von Pumpspeicherwerken, die Verbesserung der Energieeffizienz zum Energie sparen, die gesellschaftliche Akzeptanz durch mehr Aufklärung und Mitnahme der Bürgerinnen und Bürger bei neuen Energieprojekten und die Schaffung eines Energieministeriums. Die Veränderungen müssten noch stärker vorangetrieben werden, um das Ende des Rohstoffs Öl in 30 Jahren auffangen zu können.

Der Gastgeber: Das Beständigste ist der Wandel

Gastgeber und Verlagsvorstand Helmut Graf ging in seiner Rede auf die verschiedenen Sichtweisen auf das Jahr 2012 ein: von den selbsternannten Maya-Propheten als ein Jahr des Weltuntergangs gesehen, laut chinesischem Kalender als Jahr des Wasserdrachens benannt, in dem in der Regel mehr Babys als sonst geboren werden. Er hoffte zum Schluss seiner Ausführungen, dass jeder mit seinem persönlichen Fazit zu dem Tag besser einschätzen könne, woher der Wind 2012 weht, um bessere Entscheidungen treffen zu können.

Durch das Programm führte der Schweizer Journalist und TV-Moderator Stephan Klapproth.

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Maya-Kalender: Der Weltuntergang findet nicht statt

Der Ethnologe, Altamerikanist und Maya-Experte Nikolai Grube stellte gleich zu Anfang klar: Der von Esoterikern und in Internet-Foren heiß diskutierte Weltuntergang am 21. Dezember 2012, wie ihn die Maya angeblich vorhergesagt haben, findet nicht statt. Nach dem Maya-Kalender endet im Dezember nur der dreizehnte 400-Jahres-Zyklus, in etwa vergleichbar mit unserer Jahrtausendwende. Danach beginnt ein neuer Zyklus. Die Maya würden hier zu einem Spiegel heutiger Wünsche und Sehnsüchte gemacht und unzulässiger Weise vereinnahmt. Grube berichtete von den Leistungen der Maya: dass sie völlig unabhängig von Einflüssen die Zahl Null entwickelt haben und enorme Kenntnisse in Astronomie und Naturwissenschaften hatten. Die Entzifferung der Hieroglyphen der Maya habe 150 Jahre gedauert, bis heute seien ca. 250 der 800 Zeichen nach wie vor nicht lesbar. Der starke Wunsch nach mehr Wissen über diese Kultur würde ihn bis heute enorm reizen. Die bis heute bekannten 30 verschiedenen Maya-Sprachen könne man bei ihm jeden Dienstag an der Universität in Bonn erlernen.

Di Fabio: Europa nur mit Nationalstaaten

Der ehemalige Richter am Bundesverfassungsgericht und Professor für Öffentliches Recht, Udo Di Fabio, bekannte sich zu den Nationalstaaten Europas. Diese seien entgegen der weitläufigen Meinung kein Auslaufmodell: Der freiheitliche Zusammenschluss der Staaten Europas wird nie über zentralstaatliche Herrschaft gelingen, sondern nur über fortbestehende kooperationsfähige Nationalstaaten, die sich in einen supranationalen Ordnungsrahmen einfügen und ihre Pflichten erkennen. Dazu seien Staaten nötig, die ordentlich Buch führen, die Steuern gleichmäßig einziehen und die Ausgaben und Einnahmen im Gleichgewicht halten. Es müsse erst die aktuelle Schuldenkrise gelöst werden, danach könne die Idee eines europäischen Bundesstaates weiterentwickelt werden. Dieser dürfe keine Transfer-Union sein: Neben der Solidarität ist das Prinzip der Eigenverantwortung noch wichtiger, so Di Fabio.

Kemfert: Krise als Chance begreifen

Die Energieexpertin Claudia Kemfert stellte sich der Frage, ob die geplante Energiewende in den nächsten Jahren zu schaffen sei. Energiewende heiße, dass bis zum Jahr 2050 die Stromversorgung zu 80 Prozent aus erneuerbaren Energien gewährleistet sei. Das ist zu schaffen. Klimaschutz ist der Weg aus der Krise, denn wir können drei Krisen mit einer Klappe schlagen: die Wirtschaftskrise, die Energiekrise und die Klimakrise, so die Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin. Dafür müsse ein Fünf-Punkte-Plan klug umgesetzt werden. Kemfert: Dazu gehört der Ausbau der Stromnetze in Deutschland und Europa, der Neubau von Pumpspeicherwerken, die Verbesserung der Energieeffizienz zum Energie sparen, die gesellschaftliche Akzeptanz durch mehr Aufklärung und Mitnahme der Bürgerinnen und Bürger bei neuen Energieprojekten und die Schaffung eines Energieministeriums. Die Veränderungen müssten noch stärker vorangetrieben werden, um das Ende des Rohstoffs Öl in 30 Jahren auffangen zu können.

Der Gastgeber: Das Beständigste ist der Wandel

Gastgeber und Verlagsvorstand Helmut Graf ging in seiner Rede auf die verschiedenen Sichtweisen auf das Jahr 2012 ein: von den selbsternannten Maya-Propheten als ein Jahr des Weltuntergangs gesehen, laut chinesischem Kalender als Jahr des Wasserdrachens benannt, in dem in der Regel mehr Babys als sonst geboren werden. Er hoffte zum Schluss seiner Ausführungen, dass jeder mit seinem persönlichen Fazit zu dem Tag besser einschätzen könne, woher der Wind 2012 weht, um bessere Entscheidungen treffen zu können.

Durch das Programm führte der Schweizer Journalist und TV-Moderator Stephan Klapproth.

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