Kinder-Allergologen warnen vor Notfall-Welle im April

Universitätskinderklinik Bochum eröffnet „Schwerpunktjahr Allergologie“: Familienforum und Akademie informieren Eltern, Therapeuten und Mediziner über Möglichkeiten der modernen Allergie-Medizin – Höhepunkt ist der 8. Deutsche Allergiekongress im September zum Thema „Allergie und Umwelt“

Kinder-Allergologen warnen vor Notfall-Welle im April

Prof. Dr. med. Eckard Hamelmann, Kinderallergologe

Bochum, im April 2013. Niesattacken, tränende Augen, Juckreiz, Kopfschmerzen: Auf eine sehr aggressive Allergie-Welle und die Zunahme von Notfallpatienten mit Atemnot richtet sich die Universitätskinderklinik in Bochum ein. „Wenn die Natur in den nächsten Tagen nach überlangem Winterschlaf mit großer Kraft erwacht, beginnt für viele allergiekranke Kinder und Jugendliche eine schlimme Leidenszeit,“ sagte der Klinikdirektor und Allergologe Prof. Dr. med. Eckard Hamelmann bei der Vorstellung der Programmreihe „Schwerpunktjahr Allergologie“, die die Klinik 2013 gemeinsam mit ihren Partnern speziell für Eltern, Mediziner und Therapeuten aufgelegt hat.

Allergien, Asthma und Neurodermitis (atopisches Ekzem) haben sich zu Volkskrankheiten entwickelt, von denen bereits bis zu 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland betroffen sind. Das sind allein in Nordrhein-Westfalen rund 650.000 Mädchen und Jungen. Viele von ihnen reagieren allergisch auf Blütenstaub und Gräsersamen. Prof. Eckard Hamelmann, Sprecher des Allergie Centrums Ruhr (ACR): „Normalerweise kitzeln Hasel, Erle und Birke schon ab Januar in der Nase. Schnee, Kälte und jetzt der Regen gewähren Allergikern in diesem Jahr eine Schonfrist. Sobald es jedoch richtig warm und sonnig ist, werden Bäume, Sträucher und Gräser ihre Pollen und Samen geradezu explosionsartig verteilen. Deshalb rechnen wir in den nächsten Wochen verstärkt mit Notfall-Patienten, die wegen Atemnot oder anderen schweren allergischen Symptomen unsere Hilfe benötigen.“

Diese witterungsbedingte Dramatik konnten die Organisatoren des Schwerpunktjahres nicht vorausahnen, als sie im Herbst das Veranstaltungsprogramm für 2013 planten. Wie schon beim „Schwerpunktjahr Ernährung“ 2012 ziehen alle Akteure an einem Strang: die Universitätskinderklinik, die Stiftung Kinderzentrum Ruhrgebiet , das Familienforum, die Akademie Kinderzentrum Ruhrgebiet und das Allergie Centrum Ruhr (ACR), zu dem sich vier Kliniken, eine Forschungseinrichtung der RUB und das Institut für Prävention und Arbeitsmedizin (IPA) zusammengeschlossen haben. Iris von der Lippe, Geschäftsführerin der Stiftung Kinderzentrum Ruhrgebiet: „Bis zum Herbst werden wir in zahlreichen Veranstaltungen, Vorträgen, Patientenvorlesungen und Weiterbildungsseminaren Eltern, Therapeuten und Mediziner mit neuen Erkenntnissen zur Diagnose, Therapie und Prävention bei allergischen Erkrankungen im Kinder- und Jugendalter vertraut machen.“

Auch wenn bisher nicht vollständig geklärt ist, warum das kindliche Immunsystem immer häufiger Blütenpollen, Hausstaub, Tierhaare oder Nahrungsmittel so stark wie ansonsten Krankheitserreger bekämpft, sind Erkrankte und ihre Eltern den Angriffen der Allergene nicht hilflos ausgeliefert. Asthmaschulungen, Verhaltenstrainings bei allergischem (anaphylaktischem) Schock, Ernährungsberatung oder Anleitungen für den Umgang mit der belastenden Erkrankung im familiären Alltag und in der Schule geben im Schwerpunktjahr praktische Orientierung. Ein ausführliches Programmheft, das in einer Auflage von 6.000 Exemplaren in Bochum und den Nachbarstädten verteilt wird, informiert über die genauen Inhalte und Termine der einzelnen Veranstaltungen.

Nicht nur Eltern und Therapeuten, auch die Spitzenmedizin blickt 2013 nach Bochum, wenn es um das Thema Allergie geht. Höhepunkt des Schwerpunktjahres ist der 8. Deutsche Allergiekongress , der vom 5. bis 7. September alle drei großen allergologischen Fachgesellschaften – den Ärztebund Deutscher Allergologen (ÄDA), die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DgAKi) und die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie (gPA) – in den RuhrCongress und die benachbarte Universitätskinderklinik führt. Die Veranstaltung, zu der rund 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet werden, findet unter der Kongresspräsidentschaft von Klinikdirektor Prof. Dr. Eckard Hamelmann und Prof. Dr. Monika Raulf-Heimsoth, Leiterin der Abteilung Allergologie/Immunologie am Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Ruhr-Universität Bochum (IPA), nach einem neuen Konzept statt.

Der Kongress selbst steht unter dem Motto „Allergie und Umwelt“ und weist auf die besondere Bedeutung von Umweltfaktoren für die Entstehung und Ausprägung allergischer Erkrankungen hin. Prof. Dr. Eckard Hamelmann: „Das Kongressthema nimmt damit Bezug auf die besonderen Probleme unserer Region.“ Das dreitägige Programm bietet Fort- und Weiterbildung im gesamten Spektrum der Allergologie. Neu ist die AllergoArena, in der führende Mediziner das Pro und Contra allergologischer Fragestellungen diskutieren und anschließend das Plenum mit Hilfe einer Ted-Befragung über das Ergebnis abstimmen lassen. Schirmherrin des 8. Deutschen Allergiekongresses ist NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens.

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Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhr-Universität Bochum im St. Josef- und St. Elisabeth-Hospital

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