Hohe Gaspreise, geopolitische Risiken: Europas Gaskrise beginnt erst

Der Öl- und Gasexplorer CanCambria Energy (ISIN: CA13740E1079, WKN: A3EKUB) legte Anfang Juli ein technisches und kommerzielles Update zum 80.000 Hektar großen STA Fairway-Gebiet auf dem Kiskunhalas-Tiefengasprojekt in Südungarn vor. Entlang des Fairways wurde ein Trend identifiziert, der Potenzial für Kohlenwasserstoffvorkommen birgt.

Der STA Fairway wird durch benachbarte Vergleichsfelder gestützt, die zusammen über 160 Millionen Barrel Öläquivalent (MMBOE) gefördert haben. Die Geologen konnten auf Basis von 2D-Seismikdaten aus den 1980er-Jahren zehn vielversprechende Projekte identifizieren. Das Unternehmen schätzt den potenziellen durchschnittlichen Umsatz der identifizierten Flachölprojekte auf bis zu 567 Mio. USD.

Milliardenschweres Extra-Potenzial bei Kiskunhalas

Für das zweite Halbjahr 2026 ist ein 3D-Seismikprogramm geplant, um die endgültige Definition des Explorationsgebiets im Vorfeld von Bohrungen zu verfeinern. CanCambria CEO Dr. Paul Clarke will sich die Chance nicht entgehen lassen, das bisher wenig erkundete, aber nachweislich ergiebige Erdölsystem weiter zu untersuchen.

Mehr Öl und Gas auf einem fortgeschrittenen Explorationsprojekt: Das Marktumfeld in Europa könnte für Vorhaben wie Kiskunhalas kaum günstiger sein. Der Preis für eine MWh Erdgas am europäischen Knotenpunkt TTF zieht wieder deutlich an: Wurden für den August-Kontrakt Ende Juni noch 41 EUR bezahlt, sind es aktuell mehr als 57 EUR. Der Kursverlauf scheint sich strikt in Richtung der Marke von 60 EUR zu orientieren, die zuletzt im März kurzzeitig überschritten worden war. Diesmal könnte das Kursniveau deutlicher und länger über dieses Niveau hinaus ansteigen.

Bislang hielten sich die Auswirkungen des Irankriegs auf dem europäischen Gasmarkt in Grenzen: Von Kriegsbeginn bis zum Peak stellte sich nur eine knappe Verdopplung ein. Das muss nicht so bleiben. Die europäischen Gasspeicher sind derzeit zu weniger als 54 % gefüllt, im Vergleich zu 64 % zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Analysten von Independent Commodity Intelligence Services (ICIS) warnen, dass die Gasversorgung Europas in diesem Winter unter Druck geraten könne, da der Krieg die erwartete Erholung der katarischen Flüssigerdgasexporte (LNG) in der kritischen Sommerlagerzeit verzögere.

Zwar könnten die europäischen Gasspeicher die Zielvorgaben bis Ende November noch erreichen, genauso wie die allgemeine Versorgungssicherheit erreichbar sei. Doch es könnte teuer werden: Ein kalter Winterstart würde die Kosten für die Erreichung des EU-Speicherziels von 80 % erheblich erhöhen, sagte Andreas Schroeder, Leiter der Energieanalyse bei ICIS. Er rechnet ab einem Preisniveau von ca. 60 EUR mit möglicherweise kostspieligen staatlichen Eingriffen zur Sicherung der Versorgung.

Hohe Gaspreise: Türkei und Aserbaidschan bieten sich Abnehmern an

Europäische Länder arbeiten längst an Alternativen. Die Slowakei etwa plant, ab 2027 jährlich rund 1,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus Aserbaidschan zu beziehen. Die slowakische Wirtschaftsministerin Denisa Saková erklärte, Aserbaidschan biete mehreren EU-Mitgliedstaaten Erdgaslieferverträge mit einer Laufzeit von fünf und zehn Jahren an. Die Lieferungen sollen als Ersatz für Gas aus Russland dienen, das laut EU-Vorgaben künftig nicht mehr importiert werden soll.

Baku ist bereits heute ein wichtiger Lieferant für viele europäische Länder – und rechnet mit noch mehr Geschäft in der Zukunft. Derzeit bestehen Erdgaslieferverträge mit 16 Ländern, darunter 13 in Europa. Wir verhandeln weiterhin mit einigen Mitgliedern der Europäischen Union, sowohl über den Beginn der Gaslieferungen als auch über deren Ausweitung, sagte Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew kürzlich.

Auch andere Akteure arbeiten an Verträgen und Infrastruktur für mehr Energielieferungen nach Europa. Die Türkei hat mit dem Bau einer 101 Kilometer langen Erdgasleitung begonnen, die ihre Südküste mit Nordzypern verbinden soll. Laut Berichten der regierungsnahen türkischen Zeitung Sabah wird die Pipeline einen 97 Kilometer langen Unterwasserabschnitt umfassen. Nach vollständiger Inbetriebnahme soll die Infrastruktur eine jährliche Kapazität von 10 Milliarden Kubikmetern Erdgas aufweisen.

Dieses Projekt könnte sich letztendlich als wichtiger neuer Energiekorridor für Europa erweisen: Während die erste Phase noch zur Versorgung Nordzyperns dient, sieht Phase-II den Betrieb der Pipeline in umgekehrter Richtung vor. Dadurch könnte Erdgas aus dem ressourcenreichen östlichen Mittelmeer durch die Türkei zurück in die europäischen Märkte geliefert werden. Dies könnte die Abhängigkeit von LNG reduzieren – und würde zu den Plänen Ankaras passen, die Türkei zu einem zentralen Knotenpunkt zwischen Mittelmeerproduzenten und europäischen Konsumenten auszubauen.

Nur Inlandsproduktion bleibt ohne geopolitischen Haken

Während Lieferungen aus Aserbaidschan oder der Türkei einerseits einen Teil der Versorgung des europäischen Energiemarktes sicherstellen können, sind sie andererseits mit geopolitischen Problemen verbunden. Zu diesen zählt die Stabilität Aserbaidschans und sein Verhältnis zu Nachbarstaaten wie Iran oder Russland. Und die Frage nach den ausschließlichen Rechten an der Offshore-Wirtschaftszone Zyperns, die durch die Republik Zypern beansprucht wird, die wiederum die selbsternannte Verwaltung im Norden nicht anerkennt.

Diese Problemstellungen entfallen bei inländisch gefördertem Gas. Auch deshalb ist CanCambria CEO Dr. Paul Clarke optimistisch im Hinblick auf den weiteren Projektverlauf bei Kiskunhalas und das Potenzial des neu entdeckten Trends. Wir sind überzeugt, dass wir durch den Einsatz moderner 3D-Seismiktechnologien einen erheblichen Mehrwert für unsere Aktionäre generieren können. Die neue, firmeneigene Seismik werde das Risiko bestehender Explorationsziele minimieren und könne überdies weitere Chancen entlang des Trends identifizieren.

Gasmangel in Europa wird absehbar eines der Dauerthemen auf den Energiemärkten des Kontinents sein – und zwar womöglich für Jahrzehnte. CanCambria Energy kann nach dem Erreichen der Produktion geopolitisch unproblematisches, inländisch gefördertes Gas über die nahegelegene Infrastruktur auf den Markt bringen und vom dauerhaft erhöhten Preisniveau profitieren. Mit steigenden Gaspreisen und fortschreitender Exploration von Kiskunhalas sollte mittelfristig auch der zuletzt stark korrigierte Aktienkurs des Unternehmens wieder an Fahrt gewinnen.

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Unternehmen: CanCambria Energy Corp.
ISIN: CA13740E1079
WKN: A3EKUB
Webseite: www.cancambria.com/

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