Global Goals Aktionstag: Wie kann ich die Welt besser machen?

Global Goals Aktionstag: Wie kann ich die Welt besser machen?

Global Goals Aktionstag: Wie kann ich die Welt besser machen?

Clemens M. Weegmann von der element-i Bildungsstiftung begrüßt zum Global Goals Aktionstag 2021. (Bildquelle: Global Goals Aktionstag)

Der Global Goals Aktionstag 2021 hat gezeigt: Wir können alle zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele beitragen – egal wie alt wir sind. Schüler*innen aller Klassenstufen und Pädagog*innen sprachen über spannende Projekte, diskutierten offene Fragen und vernetzten sich bundesweit. Das neue Online-Barcamp-Format machte es möglich. Ein Nachbericht.

Fast drei Stunden lang tauschten sich am Freitag, 18. Juni 2021, rund 300 Schüler*innen aus allen Klassenstufen, Lehrkräfte sowie angehende Erzieher*innen beim vierten Global Goals Aktionstag in einem Online-Barcamp aus. Das Thema: die 17 von den Vereinten Nationen definierten globalen Nachhaltigkeitsziele (auch: Global Goals oder Sustainable Development Goals). Eingeladen hatten die element-i Bildungsstiftung, die FDFP – Freie Duale Fachakademie für Pädagogik und die Initiative Schule im Aufbruch.

Lernen mit Sinn
“Armut, Ungerechtigkeit und Klimawandel stoppen. Wir wollen große Dinge erreichen”, sagt Clemens M. Weegmann von der element-i Bildungsstiftung zum Auftakt der Veranstaltung. “Diese Themen in den Schulen zu verankern, verleiht dem Lernen Sinn. Hier können wir gemeinsam Ideen entwickeln und sie in die Welt tragen.”

Jede*r kann etwas tun!
Bildungsaktivistin Jamila Tressel macht den Teilnehmenden Mut. “Ihr seid nicht allein. Es gibt 7,5 Milliarden Menschen und jeder kann etwas tun. Das Alter spielt dabei keine Rolle”, sagt sie und erinnert an Felix Finkbeiner, der mit neun Jahren die Initiative Plant for the Planet startete, die bis heute neun Milliarden Bäume gepflanzt hat, an die schwedische Schülerin Greta Thunberg, deren Klimastreik-Bewegung Fridays for Future weltweit Millionen Menschen zum Nach- und Mitmachen inspirierte, und die pakistanische Aktivistin Malalla Yousafzai, die mit elf Jahren begann, sich für Frauen-, Kinder- und Freiheitsrechte einzusetzen.

Anschließend können sich die Teilnehmenden aus 24 sogenannten Sessions drei auswählen und damit ihren Barcamp-Vormittag nach eigenem Interesse zusammenstellen. Die Themen, die in den 40-Minuten-Sessions behandelt werden, haben sie vorher selbst eingebracht. Manche stellen eigene Projekte zur Diskussion, andere eine Frage, die sie umtreibt, und zu der sie sich mit Gleichgesinnten austauschen möchten.

“Nie mehr ohne FREI DAY”
Larissa, Nele und Lucy aus der Klasse 4b der Grundschule Bothmer, einem Ortsteil der Gemeinde Schwarmstedt in Niedersachen, berichten über den FREI DAY in ihrer Schule. Immer freitags haben die Schüler*innen aller Klassenstufen vier Stunden Zeit, um sich mit den Global Goals zu beschäftigen, Ideen dazu zu entwickeln und sie umzusetzen. Die drei Viertklässlerinnen berichten: “Wir haben Blumentöpfe angemalt und Sonnenblumen darin gezogen. Jetzt verkaufen wir die Töpfe. Das Geld spenden wir an das Tierheim und das Krankenhaus. Im Krankenhaus soll eine Kinderküche für den Wartebereich davon angeschafft werden. Wir haben auch schon gebacken und das Gebäck für einen guten Zweck verkauft.” Die Liste der Dinge, die sie und ihre Klassen- und Schulkamerda*innen bereits umgesetzt haben, ist lang: “Wir haben ein Insektenhotel und ein Igelhaus gebaut, eine kranke Kröte aufgepäppelt, Plakate gemalt, um Bäume zu retten, Plastik eingespart und dafür geworben, zu Fuß oder mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zur Schule zu kommen.”

Einer Lehrerin, die fragt, wie sie ihre Schüler*innen am besten mit den Global Goals bekannt machen kann, empfehlen die drei das Heft “Ab jetzt rette ich die Welt!”, das kostenfrei verfügbar ist.

“Die Kinder sprühen nur so vor Ideen. Und sie forderten ihren FREI DAY vehement ein, als er kürzlich zur Disposition stand”, sagt ihre Lehrerin Monique Wölk. Eltern und Lehrkräfte, die sich für klassischen Unterricht aussprächen, übersähen oft, wieviel die Kinder bei ihren Aktionen lernten: “Sie lesen und rechnen viel dabei. Sie schulen ihre sozialen Fähigkeiten und entwickeln Medienkompetenz.”

“Auto und Umwelt – verträgt sich das?”
In einer anderen Session moderiert ein Schüler eine Diskussion über das Thema “Auto und Umwelt – verträgt sich das?” Zunächst sammelt er Informationen: Was wissen die Teilnehmenden schon über E-Autos? Sind sie die Lösung? Welche Mobilitätsmöglichkeiten haben wir noch? Es entspinnt sich eine Diskussion.

“Das Leben der Tiere unter Wasser”
Lea und Elly haben eine Diskussionsrunde zum Thema “Das Leben der Tiere unter Wasser” initiiert. Die Verschmutzung der Meere mit Plastik und die Bedrohung von Ökosystemen durch auslaufendes Öl beunruhigt sie. Was können wir tun? “Wir sollten Plastik vermeiden”, heißt es. Und jemand berichtet, dass man beim Frisör seine abgeschnittenen Haare spenden könne. Sie würden dann in einem Netz ins Meer gelassen und saugten dort Öl auf.

Eine Zukunftswerkstatt am Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim
Schüler*innen des Ehrenbürg-Gymnasiums Forchheim berichten von ihrer Zukunftswerkstatt. Sie planen in diesem Rahmen unter anderem einen Bücherschrank in Forchheim aufzustellen. Außerdem möchte eine Schüler*innen-Gruppe herausfinden, welche Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten Kinder mit Behinderung in Deutschland haben, und dafür Interviews mit Betroffenen führen. Wie sie veröffentlicht werden sollen, steht noch nicht fest. Die Schüler*innen könnten sich einen eigenen Podcast vorstellen. Noch bessere wäre es aber, wenn es ihnen gelänge, die Interviews über einen Radiosender oder bei einem etablierten Bildungspodcast ausstrahlen zu lassen, meinen sie.

Impulse für die Friedensbildung
Cathy Plato, Vorsitzende des Ndwenga e.V. aus Fellbach bei Stuttgart, spricht über das Thema Frieden. Sie schätze es sehr, in Deutschland in Frieden leben zu können. In ihrer Heimat, der Demokratischen Republik Kongo, sei das nicht so gewesen. Dort herrsche seit 27 Jahren Krieg. “Wir vom Ndwenga e.V. setzen uns für den Frieden ein”, sagt sie. “Wir möchten den Fokus weg vom Krieg auf den Frieden lenken. Wir fragen, was nötig ist, um Frieden zu schaffen und zu erhalten – auch hierzulande.” Eine gewaltfreie Kommunikation sei dafür zum Beispiel ebenso wichtig wie ein Verständnis für andere Menschen und Kulturen. “Wir unterstützen eine Schule in Kinshasa und versuchen, einen Austausch mit Schulen hier in Deutschland zu ermöglichen. Auch einen stärkeren Austausch unter Pädagog*innen fände ich sehr wichtig.”

Zum Anschluss im Plenum fassten einzelnen Teilnehmende ihre Eindrücke zusammen.

Luca sagt: “Ich habe viele coole, junge Leute erlebt – sehr mutig und zukunftsorientiert. Ich fände es wichtig, dass noch mehr Schüler*innen von den Global Goals erfahren.”

Ilia sagt: “Es war ein inspirierender Vormittag. Ich habe viele neue Ideen mitgenommen, die die Welt ein Stückchen besser machen, und bin sehr dankbar dafür.”

Andrea sagt: “Es ist klasse zu sehen, wie viele junge Menschen für ihre Herzensangelegenheit brennen. Wenn wir uns nächstes Jahr zum Global Goals Aktionstag alle persönlich treffen könnten, wäre das toll.”

Die Veranstalter der Global Goals Aktionstage sind die element-i Bildungsstiftung, die FDFP – Freie Duale Fachakademie für Pädagogik, die Erzieher*innen ausbildet, und die Inititaive Schule im Aufbruch. Die drei Institutionen sehen Selbstständigkeit und Selbstverantwortung als Leitgedanken zeitgemäßer Pädagogik an.
Die element-i Bildungsstiftung unterstützt Initiativen, die Kindern neue Horizonte eröffnen und innovative Bildungskonzepte fördern.
Die FDFP hat die Global Goals seit dem Schuljahr 2017 in ihre Schulkultur integriert. Nicht nur, aber vor allem bei der jungen Generation sehen die Pädagog*innen der Fachschule das Potential, zu Changemakern zu werden und das eigene Handeln auf die Global Goals auszurichten.
Schule im Aufbruch informiert, vernetzt und berät Schulen in Bezug auf eine ganzheitliche und transformative Bildung im Sinne der Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Im Zentrum steht dabei die dreifache Verantwortung: Verantwortung für sich selbst, Verantwortung für Mitmenschen und Verantwortung für unseren Planeten.

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