Die Energiewende ist wie ein Krebsgeschwür für die deutsche Volkswirtschaft

Die Energiewende ist wie ein Krebsgeschwür für die deutsche Volkswirtschaft Die deutsche Energiewende greift um sich wie ein Krebsgeschwür. Darauf weist der gemeinnützige Stromverbraucherschutz NAEB, eine Organisation von über hundert Energieexperten, hin. Die Anlagen für Windstrom, Solarstrom und Biogasstrom sollen noch mehr als verdoppelt werden. Die Umwelt wird verspargelt, verspiegelt und vermaist. Strom wird immer teurer. Zusätzlich verursacht die Wendepolitik mit Metastasen vergleichbare Probleme in allen möglichen Wirtschaftsbereichen. Das Krebsgeschwür Energiewende führt zum Niedergang der deutschen Volkswirtschaft, wenn es nicht gestoppt und beseitigt wird.

Unscheinbarer Start
Wie bei einem richtigen Krebsgeschwür war das Stromeinspeisungsgesetz seit 1991 ein unscheinbarer Anfang, um die Stromerzeugung aus Wind und Sonnenstrahlung zu erproben und zu fördern. Mit planwirtschaftlicher Sicherheit profitabel wurde das Einspeisen von Ökostrom erst durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) seit 2000. [2] Eine feste Vergütung deckt die Erzeugungskosten und beschert dem Betreiber darüber hinaus noch eine überdurchschnittliche Rendite. Die für das Gesetz maßgeblich verantwortlichen Politiker haben dem Ökostrom-Prediger Franz Alt offensichtlich geglaubt, als er mit dem Satz „Die Sonne schickt uns keine Rechnung“ durch Deutschland zog und eine preiswerte und nie versiegende Stromversorgung voraussagte.

Da zunächst nur wenige Anlagen gebaut wurden, konnte der damalige grüne Umweltminister, Jürgen Trittin, die Deutschen mit der Aussage beschwichtigen, die Energiewende koste einen Durchschnittshaushalt nicht mehr als eine Kugel Eis im Monat. So erschien auch die erste EEG-Umlage in 2003 mit 0,41 Cent pro Kilowattstunde kaum bedrohlich.

Das Geschwür wächst
Doch die lukrativen Vergütungen zogen viele Investoren an. Die Banken sahen in der gesetzlich versprochenen hohen Vergütung über 20 Jahre lang eine sichere Anlage für ihre Kredite. Städte und Gemeinden glaubten, eine neue Quelle für Gewerbesteuer erschließen zu können. Ratsmitglieder stimmten dem Bau von Anlagen zu, zumal diese angeblich das Klima retten sollten. Es wurde aber weder hinterfragt noch klar gesagt, wer hierfür letztlich die Kosten aufzubringen habe.

So schossen Windkraftanlagen bis zu 200 Meter hoch in die Luft. Sie sind weit höher als der 157 Meter hohe Kölner Dom. Hausdächer und sogar Kirchendächer, Brachflächen, aber auch Ackerland wurden mit Solarplatten verspiegelt. Auf wertvollem Ackerland wurden Energiepflanzen angebaut für die Erzeugung von Biogas, Ethanol und Biodiesel. Für Naturschutzgebiete, für Wälder und für die von den Ökostromanlagen benachteiligten Anwohner gab es keine Schonung. So drehen sich in Deutschland heute mehr als 30.000 Windkraftanlagen mit über 45.000 Megawatt (MW) installierter Leistung. Nach den gerade ausgehandelten Vereinbarungen der Regierungsparteien soll die Leistung der Windstromanlagen jedes Jahr um weitere 2800 MW steigen. Das sind 1000 bis 1500 neue Windstromgeneratoren. Das Endziel ist, die Windstromleistung zu verdoppeln. Die installierte Leistung der Solaranlagen kommt mit derzeit mehr als 40.000 MW noch hinzu, die gleichfalls weiter wachsen soll.

Jedoch wird in Deutschland je nach Tageszeit und Bedarfsschwankung nur eine Leistung von 40.000 bis 75.000 MW verbraucht. An Wochentagen während der Arbeitszeit ist die nachgefragte Leistung am höchsten, nachts und am Wochenende sinkt sie deutlich ab. Dabei muss, was die Stromverbraucher an Leistung gerade nachfragen, zu jeder Sekunde haargenau bereitgestellt werden. Gelingt das nicht, wird das Netz entweder überlastet und Überlastsicherungen sprechen an, oder die Synchronisation der Wechselstromfrequenz wird gestört. Das bedeutet: In beiden Fällen kommt es zum Stromausfall.

Mit diesen Zahlen wird die Problematik des wetterwendischen und nicht planbaren Windstroms und Solarstrom verständlich. Bei Starkwind und Sonnenschein wird zuviel Ökostrom erzeugt. Aber er muss verbraucht werden, um das Netz nicht zu überlasten. Am einfachsten ist, ihn über das europäische Verbundsystem in die Nachbarländer zu leiten. Das Problem des Überschussstroms wird den Nachbarländern aufgebürdet. Wie bei einem richtigen Krebsgeschwür entwickeln sich Metastasen, die die Gesetzgeber nicht bedacht haben.

Metastase 1
Nachbarländer werden mit Ökostrom überflutet
Die Nachbarländer schützen sich mit Sperren an den Grenzen vor Überschussstrom aus Deutschland. Dafür sind große Transformatoren mit Phasenverschiebung erforderlich. Es sind Investitionen im zweistelligen Millionenbereich. Sie sind zum Teil fertig gestellt oder in der Planung. Nur so können die Nachbarn ihr eigenes Netz sichern. Damit wird die Ableitung unbrauchbaren Ökostroms in die Nachbarländer deutlich erschwert.

Metastase 2
Entsorgung von überschüssigem Ökostrom kostet viel Geld
Teuren, unzuverlässigen und nicht berechenbaren Ökostrom will niemand beziehen. Um ihn trotzdem in das Netz einspeisen zu können, wurde das EEG erweitert. Der teure Ökostrom wird an der Börse zu jedem noch so niedrigen Preis angeboten. So hatte der Ökostrom, der im Jahr 2015 mit rund 25 Milliarden Euro vergütet wurde, an der Börse nur noch einen Wert von zwei Milliarden Euro. Bei einem Überangebot an Ökostrom erfolgen sogar Zuzahlungen in Form von „Negativpreisen“. Zu Ostern und am Muttertag des Jahres 2016 allein mussten für überschüssigen Ökostrom jeweils mehr als 20 Millionen Euro gezahlt werden. Mit jeder neuen Ökostromanlage wird dies häufiger und mit höheren Beträgen geschehen. Die Metastase wächst.

Metastase 3
Erzeugungskosten konventioneller Kraftwerke steigen
Ökostrom wird aufgrund des EEG bevorzugt in das Netz eingespeist. Die Brennstoffkraftwerke werden gedrosselt, was ihre Jahresproduktion mindert. Die Kosten für Abschreibungen, Personal und Wartung bleiben gleich hoch, während die Kosten je produzierter Kilowattstunde (kWh) zunehmen. Diese Kraftwerke sind unverzichtbar. Sie müssen bereitstehen und einspringen, wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint. Die Kosten für die Bereitschaft der konventionellen Kraftwerke werden auf über 4 Milliarden Euro im Jahr geschätzt.

Metastase 4
Ökostrom-Dumping treibt konventionelle Kraftwerke in den Ruin
Das vom EEG geforderte Verkaufen von Ökostrom an der Börse zu Schleuderpreisen weit unterhalb der Gestehungskosten ist Dumping. Dumping zwingt den finanzschwächeren Kontrahenten in die Pleite. Dies sind die Brennstoffkraftwerke. Und dieses Dumping zahlen alle Stromkunden über die EEG-Umlage. So werden selbst die günstigsten Kernkraftwerke und Braunkohlekraftwerke in den Ruin getrieben, obwohl sie den Strom zu einen Fünftel der mittleren EEG-Vergütung produzieren.

Es ist eine unsinnige Behauptung von Politikern und von den Medien, die großen Stromkonzerne hätten die Energiewende verschlafen. Dies sei die Ursache für ihre Verluste. Der Grund ist eindeutig das gesetzlich geforderte Dumping des Ökostroms. Es ist staatliche Politik, die Kohlekraftwerke in die Pleite treibt. Das ist derart offenkundig, dass es keiner Beweisführung bedarf. Doch ohne Kohlekraftwerke, Gaskraftwerke oder Kernkraftwerke gibt es keine sichere Stromversorgung. Daher müssen sie mit Steuergeldern oder mit einer neuen Umlage auf den Strompreis stets betriebsbereit gehalten werden.

Metastase 5
Stromerzeuger der Nachbarländer werden unwirtschaftlich
Stromversorger in den Nachbarländern kaufen deutschen Billigstrom an den Strombörsen. Er ist preiswerter als die Erzeugungskosten ihrer eigenen Kraftwerke. Damit gelangen auch diese in die Verlustzone. So haben die großen Stromproduzenten der Schweiz einen Ausfall der Dividenden für die nächsten Jahre bekannt gegeben. Selbst der staatliche französische Energieversorger EDF gerät in wirtschaftliche Bedrängnis.

Metastase 6
Stromvergeudung statt Stromsparen
Die Politik hat erkannt, dass stromintensive Betriebe mit hohen EEG- Umlagen unwirtschaftlich sind. Daher wurde diesen Firmen die EEG-Umlage erlassen. Als stromintensiv gelten Betriebe, die für eine Wertschöpfung von 1000 Euro mehr als eine gesetzlich festgelegte Energiemenge (kWh) brauchen. Firmen, die leicht unter dieser Grenze liegen, werden bei dieser Sachlage nicht Strom sparen, sondern Strom unnütz verbrauchen, damit sie den Grenzwert überschreiten. Der Erlass der EEG-Umlage ist für sie viel günstiger als der zusätzliche Stromverbrauch. Zahlen müssen diesen Unsinn jedoch alle Stromkunden, die mit dieser Umlage belastet werden.

Metastase 7
Die Industrie wandert ab
Die hohen Stromkosten und die unberechenbare deutsche Energiepolitik haben viele Unternehmen veranlasst, im kostengünstigen und strompolitisch berechenbaren Ausland zu investieren. Bestehende Betriebe im Inland verfallen und neue Betriebe mit modernsten Fertigungsanlagen im Ausland aufgebaut. Investitionen in Deutschland werden reduziert oder ganz eingestellt. Mit abgeschriebenen Fabriken werden noch gute Gewinne erzielt, die im Ausland reinvestiert werden. Gefertigt werden die neuen Anlagen für das Ausland vorwiegend in Deutschland, was hier zu einem zeitweiligen Aufschwung der Investitionsgüterindustrie führt. Werden in deutschen abgeschriebenen Betrieben die Wartungskosten zu hoch, gehen sie an „Heuschrecken“ über, die sie in die Insolvenz treiben.

Dieser Prozess findet seit mehr als zehn Jahren statt. Er ist schleichend und wird von der Politik kaum wahrgenommen. Eine Rückwanderung verlorengegangener Betriebe beansprucht Jahrzehnte, auch wenn in Deutschland wieder eine wirtschaftliche Energieversorgung herrschen sollte.

Metastase 8
Umverteilung von unten nach oben
Dank der deutschen Energiepolitik erzielen Investitionen in Ökostromanlagen hohe Renditen, die über die EEG-Umlage in der Stromrechnung finanziert sind. Die privaten Haushalte, ob arm oder reich, brauchen alle etwa die gleiche Strommenge, um zu kochen und zu waschen. Kühlschrank, Gefriertruhe, Fernsehgerät, Computer und viele weitere Haushaltsgeräte sind strombetrieben. Oft verbrauchen arme Haushalte sogar mehr Strom, wenn sie kein Geld für stromsparende Geräte aufbringen. So tragen überdurchschnittlich viele wirtschaftliche Schwache zur EEG-Umlage bei, die allein reichen Haushalten zufließt, die in Solaranlagen investieren können. Arme wohnen zur Miete und können mangels eigenem Haus keinen Solarstrom erzeugen. Auch so fördert das EEG eine Umverteilung von Arm nach Reich oder von unten nach oben. Immer größere soziale Spannungen treten auf. Die Anzahl der Haushalte, die ohne Strom leben müssen, weil sie die Stromrechnung nicht bezahlt haben, nähert sich der Millionengrenze.

Metastase 9. Teurer und unnötiger Netzausbau
Das deutsche Stromnetz ist zur Versorgung mit Strom aus konventionellen Kraftwerken ausgelegt. Für das Einsammeln, Synchronisieren und Transformieren von Strom aus Ökostromanlagen, die über das Land verstreut sind, eignet es sich nur bedingt. Wegen Engpässen im Netz kann schon heute nicht immer der erzeugte Ökostrom in das Netz eingespeist werden. Die Erzeuger stört das wenig, da sie trotzdem bezahlt werden. Dies gilt auch für Strom von Windkraftanlagen auf dem Meer, wenn die Landverbindung nicht rechtzeitig erstellt wird oder versagt. Bezahlen muss der Stromverbraucher mit immer höheren Stromkosten.

Zu verlegen sind neue Leitungen in den Verteilernetzen zum Einsammeln des Ökostroms, die nach Schätzungen des neuen Geschäftsführers des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fünfzig Milliarden Euro kosten. Zusätzlich sollen noch Stromtrassen zwischen Nord- und Süddeutschland gebaut werden. Solche Überlandleitungen kosten mehr als eine Million Euro pro Kilometer. Für eine Erdverkabelung steigen die Kosten nach Auskunft des Netzbetreibers Tennet auf das Siebenfache. Da es erhebliche Proteste gegen die Überlandleitungen gibt, will die Politik die Leitungen trotz der hohen Kosten in die Erde verlegen, um eine höhere Akzeptanz bei den Anliegern zu erreichen. Geld spielt keine Rolle. Der Stromverbraucher muss ja zahlen. Auch die Stromverluste auf den langen Leitungen, die über 10 Prozent liegen, werden stillschweigend in Kauf genommen. Die Energiewende soll weitergehen, auch wenn Kosten ohne Ende entstehen.

Die Volkswirtschaft wird immer schwächer
Wie bei einem biologischen Krebsgeschwür schwächen die Energiewendegesetze die gesamte Volkswirtschaft. Die Stromkosten, ein elementarer Wirtschaftsfaktor, steigen immer weiter. Zuvor wirtschaftliche Arbeitsplätze werden in das Ausland verlagert. Hoch subventionierte Arbeitsplätze im Ökostrombereich sind kein Ersatz. Strom wird verschleudert und vernichtet, statt ihn wirtschaftlich zu nutzen. Soziale Spannungen werden durch eine gesetzliche Umverteilung von unten nach oben vergrößert. Die Umwelt wird durch immer mehr Ökostromanlagen belastet und zerstört.

Wie geht es weiter? Wird die Energiewende fortgeführt, kollabiert die Volkswirtschaft. Deutschland fällt auf das Niveau eines Entwicklungslandes zurück. Werden Politiker und Parteien dagegen Front machen und die Energiewende mit ihren planwirtschaftlichen Gesetzen beenden? Oder werden sie sich gegen die Profiteure der Energiewende nicht durchsetzen, weil viele von ihnen selbst zu den Profiteuren gehören? Wird das Volk, also der Wähler, endlich gegen die Energiewende aufstehen? Werden sich politische Parteien finden, die die derzeitige Indoktrination, die schon in den Schulen anfängt, bekämpfen? Noch ist es Zeit zur Umkehr. Nur eine Totaloperation des Krebsgeschwürs „Energiewende“ kann uns vor einem Ende mit Schrecken bewahren.

Prof. Dr. Hans-Günter Appel
Pressesprecher NAEB e.V. Stromverbraucherschutz
www.NAEB.de und www.NAEB.tv

Quellen
[1] Doctor 013 von UltStockPhotos
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare-Energien-Gesetz

NAEB Stromverbraucherschutz e.V.
Heinrich Duepmann
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14163 Berlin
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