Bayerische Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften wachsen weiter

(ddp direct) München, 4. April 2013 – Die bayerischen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften sind weiter auf Wachstumskurs. Der Gesamtumsatz der 696 ländlichen, 196 gewerblichen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften sowie der 75 Kreditgenossenschaften mit Warengeschäft stieg im Geschäftsjahr 2012 um 3,1 Prozent. Er liegt nunmehr für alle Genossenschaften, die in rund 35 Branchen tätig sind, bei 11,42 Milliarden Euro. Das Ergebnis beträgt 209 Millionen Euro vor Steuern und Ausschüttungen.

Auch mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr sind die genossenschaftlichen Unternehmen zuversichtlich. Alexander Büchel, Mitglied im Vorstand des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), betont anlässlich der Jahrespressekonferenz der bayerischen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften: „Es deutet alles darauf hin, dass die Konjunktur im Freistaat in den nächsten Monaten anzieht. Davon werden unweigerlich auch die bayerischen Genossenschaften profitieren.“

Dies setze aber voraus, dass es nicht zu dauerhaften künstlichen Konjunkturhemmnissen kommt, wie Büchel festhält. Davon identifiziert er momentan zwei. So verurteilt das GVB-Vorstandsmitglied scharf den vor einigen Wochen von Russland verhängten Importstopp für Milch und Milcherzeugnisse aus dem Freistaat: „Die auf die Käseproduktion spezialisierten bayerischen Molkereigenossenschaften erleiden dadurch einen massiven wirtschaftlichen Schaden, der direkt auf die Milcherzeuger durchschlägt.“ Der GVB habe deshalb das Bundeslandwirtschaftsministerium eindringlich gebeten, sich mit aller Kraft dafür einzusetzen, dass der russische Importstopp schnellstmöglich wieder aufgehoben wird. Kritisch beurteilt Büchel zudem die Pläne der Bundesregierung zur Neuausrichtung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). „Zwar ist das politische Ziel, die stark anwachsende EEG-Umlage zu begrenzen, grundsätzlich richtig“, so Büchel. Allerdings müsse die Politik darauf achten, dass Bürger und Unternehmen sich auf einmal getroffene Vereinbarungen des Gesetzgebers verlassen können. „Die Bundesregierung muss ihre Zusagen für bestehende EEG-Anlagen einhalten und dort von Kürzungen absehen“, fordert Büchel und ergänzt: „Die Absenkung von Strom- und Mehrwertsteuer dagegen darf kein Tabuthema sein, wenn es darum geht, die Strompreise stabil zu halten.“

Auf stabil hohem Niveau bewegt sich die Zahl der genossenschaftlichen Neugründungen. Von den 66 neuen Genossenschaften im Jahr 2012 entstanden 16 in Oberbayern, 13 in Mittelfranken, zwölf in Schwaben, neun in Unterfranken, sechs in Oberfranken, fünf in der Oberpfalz sowie vier in Niederbayern und eine in Thüringen. Stärkstes Wachstumsfeld war wie in den Vorjahren der Energiesektor. Hier nahmen 51 Genossenschaften die Arbeit auf, davon allein 31 im Bereich Photovoltaik. Um diesen Gründungsprozess mit zeitgemäßen Instrumenten zu begleiten, hat der GVB die Facebook-Seite „Wir Genossenschaftsgründer“ aufgelegt. Büchel: „Wir öffnen damit einen zusätzlichen Kommunikationsweg für die, die nach Informationen suchen, um eine Genossenschaft zu etablieren, vor Kurzem eine Genossenschaft gegründet haben oder genossenschaftliche Praxistipps geben möchten.“ Ziel sei es, ein interaktives Diskussions- und Ratgeberforum rund um den genossenschaftlichen Gründungsprozess zu bieten. Die Seite ist zu finden über www.facebook.com/WirGenossenschaftsgruender

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