American Football Europameisterschaft 2018

Am Samstag, den 04. August 2018, fanden bei der IFAF Football Europameisterschaft die Spiele um Platz fünf, drei und das Finale statt. Ein Überblick:

American Football Europameisterschaft 2018

American Football Europameisterschaft 2108 (Bildquelle: @IFAF)

american-football.comSpiel um Platz fünf – Großbritannien vs. Dänemark 33:16 (7:0/7:0/12:8/7:8) – Spielstatistik

Im ersten Spiel des finalen Turniertages konnten die Briten ihr Offensiv-Phlegma endlich ablegen und gingen kurz vor Ablauf des ersten Spielviertels mit einem kurzen Lauf durch Conroy mit 7:0 in Führung. Es war der erste offensiv erspielte Touchdown für das Team von den britischen Inseln im Turnierverlauf. Sicherlich war dies auch dadurch bedingt, dass die Dänen nicht die Defense Leistung abrufen konnten, die die Vorrundengegner es getan hatten. Im Verlauf zogen die Briten durch einen Lauf von Conroy und einen aufgenommenen Fumble von Haldane auf 20:0 davon. Die Dänen kamen erst im dritten Viertel zu Punkten, nachdem Lykke einen kurzen Pass gefangen hatte. Sämtliche Hoffnungen die damit in den Dänen aufkeimten, zerstörte Amis im direkten Anschluss mit einem 100 Yard Kickoff Return, nachdem er den Ball beim Fang noch fallen gelassen hatte. Im vierten Viertel spielten beide Mannschaften dann auf einem Niveau und arbeiteten sich jeweils noch einmal in die gegnerische Endzone (Klixbull für Dänemark und Jacquet für Großbritannien). Das Spiel war aber zu diesem Zeitpunkt schon insofern entschieden, dass man auch bei dänischem Ballbesitz zu keiner Zeit das Gefühl hatte, das Spiel könne nochmals kippen.

Im Endeffekt gehen die Briten als verdienter Sieger vom Feld und können einen versöhnlichen Abschluss des Turniers feiern. Um die Dänen ist es insofern schade, da sie sich in vergangenen Turnieren schon näher an der europäischen Spitze präsentierten. Spieler des Spiels war Joshua Amis von den London Warriors. Mit seiner Rolle und seinem Auftreten im Turnier dürfte er auch die Aufmerksamkeit des ein oder anderen GFL-Scouts auf sich gezogen haben.

Spiel um Platz drei – Finnland vs. Schweden 35:21 (7:0/7:6/7:15/14:0) – Spielstatistik

Die Bronzemedaille war fast das komplette Spiel über hart umkämpft und das Duell wirklich sehenswert. Die Finnen gingen nach Lauf von Pajarinen und einem 34 Yards Pass auf Siiskonen zwar früh in Führung, doch begannen die Schweden dann sukzessiv aufzuholen, bis im dritten Spielabschnitt das zwischenzeitige 21:21 hergestellt werden konnte. Die Punkte erzielten Juhlin, Dahre und Knutsson (Schweden) und Lehtonen (Finnland). Dann läutete Pajarinen mit einem Quarterback Sneak in die Endzone das Finale ein. Die Schweden gingen in den Gegenangriff, verloren durch einen Fumble das Angriffsrecht jedoch schnell wieder, was den sprichwörtlichen Nackenbruch für die Schweden bedeutete. Diese wirkten danach müde und konnten im folgenden Offensivspielzug nicht verhindern, dass Finnland mit dem Laufspiel viel Zeit von der Uhr nahm und bei 1:56 Minuten schlussendlich, in Person von Lehtonen, die letzten Punkte der Partie erzielte.

Somit ist Finnland nach einem deutlichen vierten Viertel ein verdienter Bronzemedaillengewinner. Den Schweden wurde am Ende der Partie auch ihr sehr kleiner Kader zum Verhängnis. Mit den fit wirkenden Finnen konnte man am Ende einfach nicht mehr mitspielen.

Finale – Österreich vs. Frankreich 14:28 (0:7/14:0/0:14/0:7) – Spielstatistik

Bei sommerlichen 24°C standen sich vor 1757 Zuschauern der amtierende World Games Champion und der Vize Europameister im Spiel um die Goldmedaille gegenüber. Das Spiel zwischen zwei ausgeglichenen Mannschaften sah zunächst wie Wide Receiver James für 34 Yards einen Pass in der Endzone fing. Der Drive der Franzosen verlief dabei alles andere als Fehlerfrei, generell wirkten die Österreicher ruhiger und weniger fehleranfällig. Umso tragischer war, dass sie über das gesamt Spiel nur sehr selten erfolgreich durch die Luft waren. 10 Pässe für insgesamt 85 Yards sprechen hier Bände. Blieb noch das bisher sehr effiziente Laufspiel der Männer aus der Alpenrepublik. Den Ausgleich zum 7:7 zu Beginn des zweiten Viertels durch Sandro Platzgummer war aber auch schon das Highlight in dieser Rubrik. In der Folge erzielte der gefühlt beste Runningback des Turniers noch sechs Läufe für 22 Yards, was einem Schnitt von rund 3,7 pro Versuch entspricht. Auf dem Boden konnte sich aber auch die französische equipe nicht souverän gegen die Laufverteidigung der Österreicher durchsetzen. Abseits eines 49 Yards Laufs von Aguemon, stand am Ende auch hier ein eher niedriger Yards pro Lauf-Schnitt zu Buche. Ein letztes Mal ließen sich die starken Abwehrreihen in der ersten Halbzeit noch überwinden, als Thury über 12 Yards auf Seikovits warf.

In der zweiten Halbzeit wurde es dann zusehens deutlicher. Nachdem die Franzosen mit dem schon zuvor erwähnten 49 Yards Touchdown Lauf von Aguemon ausglichen, brach die Zeit ihres Passspiels an. Durand warf noch zweimal in die Endzone (1x Valbon, 1x Alexandre) und beendete den Tag mit 225 Yards aus 18 vollständigen Pässen und drei Touchdowns bei einer Interception. So waren es am Ende die Franzosen, die das bessere Ende für sich hatten und den Pokal mit nach Hause nehmen konnten.

Frankreich präsentierte sich in der besseren Form als die Österreicher und scheint nach den unglücklichen Verbandsquerelen und einem Sieg im letzten Jahr gegen die nicht angetretene deutsche Nationalmannschaft doch wie ein verdienter und rechtmäßiger Europameister. Untermauert wird dies durch die Tatsache, dass nicht nur den Briten, sondern auch den Mannen um Head Coach Patrick Esume zahlreiche Leistungsträger durch deren Einsatz in der GFL fehlten, während dies bei den Österreichern nicht der Fall war. Einen wichtigen Beitrag zum Erfolg lieferte auch Quarterback Paul Durand, der als einziger Spielmacher im Turnier seinem Team konsequentes und sicheres Passspiel ermöglichte. In dieser Form präsentierte sich der Mann von Paris Flash (in erwähnter Abwesenheit der deutschen Elite) aus Sicht des Verfassers dieser Zeilen als bester Quarterback Europas. Auch von Seiten des Coachings bewiesen die Franzosen hohen Spielwitz, so setzten sie auch mal auf Wildcat-Spielzüge oder ungewöhnliche Defense Formationen, während die anderen Teilnehmer eher ihr Programm durchspielten und wenn überhaupt konservativ reagierten.

Neben all dem Lob, sei auch erwähnt, dass die Spielweise der Franzosen mitunter roh, oder vereinzelt auch undiszipliniert wirkte. Sicherlich auch ein Anzeichen einer noch recht jungen Mannschaft, was allerdings den Gegnern für die Zukunft die Sorgenfalten auf der Stirn nicht kleiner werden lassen dürfte.

Abschließend bleibt noch festzuhalten, dass eine Paarung Finnland vs. Österreich durchaus interessant gewesen wäre. Beide Teams erzielten in ihren Spielen gegen Frankreich die exakt gleiche Punktzahl und ließen ähnlich viele zu, womit sie nach einem – zugegebenermaßen sehr unzuverlässigen – Quervergleich, aktuell auf einem Niveau zu sein scheinen.

In Deutschland stellt man sich nun die berechtigte Frage, an welchem Punkt man selbst in dieser „Hackordnung“ rangiert. Absehbar ist ein Termin für die Beantwortung dieser Frage bisher jedenfalls nur für Hellseher.

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