Die Firma Ladig & Winkler hat die adaptive saba Unterwäsche entwickelt für einfaches An- und Auskleiden bei Körperbehinderung
Berlin, 28. Juli 2026. Barrierefreiheit beginnt auf der Haut – und nicht erst an der Haustür.
Der Kühlschrank meldet, wenn die Milch fehlt. Das Smartphone erinnert freundlich an den nächsten Termin. Und der Staubsauger fährt inzwischen ganz allein durch die Wohnung. Nur die Unterwäsche tut noch so, als wären alle Menschen jederzeit beweglich, kräftig und schwindelfrei.
Sie verlangt, dass man die Arme hebt, die Beine beugt, sich dreht, zieht und kräftig zugreift. Für viele Menschen ist das selbstverständlich. Für andere wird genau das jeden Morgen zur ersten großen Aufgabe des Tages. Nach einer Schulter-, Arm-, Hüft- oder Knieoperation kann schon das Anziehen von Slip und Unterhemd schmerzen und viel Kraft kosten. Auch Menschen mit Rheuma, Arthrose, Multipler Sklerose, Parkinson, einer Halbseitenlähmung oder anderen Bewegungseinschränkungen kennen das Problem.
Dabei sollte ein guter Tag nicht schon an der Unterwäsche scheitern.
„Kleidung darf mitdenken“,
fanden Sigrid Ladig und Gisela-Elisabeth Winkler, als sie Angehörige mit starken Bewegungseinschränkungen und mit Demenz betreuten. Und sie entwickelten die adaptive Unterwäsche saba Wäsche, die sich dem Menschen anpasst – und nicht umgekehrt. Um die praktische Wäsche Betroffenen allgemein zur Verfügung zu stellen, gründeten sie die Ladig & Winkler GmbH.
Die saba Hemden und Slips sind vorn senkrecht geteilt. Man legt sie um den Körper herum und schließt sie vorn mit Klettverschlüssen. Das saba Hemd muss nicht über den Kopf. Der saba Slip muss nicht über Beine und Füße. Beim An- und Ausziehen bleiben die Arme unten, die Knie müssen sich kaum beugen.
Pfleger und Pflegerinnen können ihre Anvertrauten schnell an- oder ausziehen. Darüber hinaus können sie bettlägerige Personen im Bett mit saba Wäsche bekleiden, ohne sie anzuheben. Ein behutsames Drehen auf die Seite und zurück genügt; sehen Sie hier.
Das kann Zeit und Kraft sparen und Schmerzen reduzieren und gibt im besten Fall ein Stück Selbstständigkeit zurück.
„Wir sprechen so viel über barrierefreie Gebäude, Verkehrsmittel oder Internetseiten“, sagt Gisela-Elisabeth Winkler, Geschäftsführerin der Ladig & Winkler GmbH. „Aber kaum jemand fragt, ob ein Mensch seine eigene Unterwäsche selbst anziehen kann. Dabei beginnt Würde oft ganz leise – morgens beim Anziehen.“
Offen – und trotzdem angezogen
Alle saba Slips besitzen einen Doppelverschluss. Deshalb bleibt der Slip sicher am Körper, auch wenn man das Vorderteil öffnet.
Das erleichtert den Toilettengang, den Wechsel einer Einlage, das Katheterisieren oder die Kontrolle eines Stomabeutels. Niemand muss den Slip dafür vollständig ausziehen und anschließend wieder mühsam anziehen.
Öffnen, versorgen, schließen – fertig.
Diese durchdachte Konstruktion spart unnötige Handgriffe und schützt die Intimsphäre. Für Menschen, die Unterstützung brauchen, kann aus einer anstrengenden und manchmal unangenehmen Situation ein ruhigerer, respektvollerer Pflegeablauf werden.
Auch Angehörige und Pflegekräfte merken den Unterschied: weniger Anstrengung, weniger Heben.
Nicht jede Innovation braucht WLAN
Fortschritt muss nicht immer blinken, piepen oder ein Passwort verlangen.
Manchmal steckt die bessere Idee einfach in einer Teilungsnaht oder in einem Doppelverschluss an der richtigen Stelle. Oder in einer Frage, die erstaunlich selten gestellt wird:
Warum soll sich der Mensch mühsam an seine Kleidung anpassen, wenn die Kleidung auch Rücksicht auf den Menschen nehmen kann?
Es geht um Barrierefreiheit, Pflege, Selbstständigkeit und Würde. Und um eine kleine Idee, die den Alltag vieler Menschen spürbar leichter machen kann.
Über saba Wäsche und die Ladig & Winkler GmbH
saba Wäsche ist adaptive Unterwäsche für Menschen mit Bewegungseinschränkungen. Die Funktionalität der saba Wäsche ist durch europäisches Patent geschützt. Das innovative Produkt erhielt auf der Erfindermesse „iENA – Ideen, Erfindungen, Neuheiten“ in Nürnberg eine Goldmedaille. Die Erfinderinnen selbst freuten sich über Auszeichnungen des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen und der Körber-Stiftung in Hamburg.
saba Hemden und Slips werden in Deutschland aus 100-prozentigem Baumwollstoff gefertigt und sind bis 60 °C waschbar. Sie eignen sich unter anderem für Menschen nach Operationen, bei Rheuma, Arthrose, Multipler Sklerose, Parkinson, Querschnittlähmung, Schlaganfall oder Inkontinenz sowie für pflegebedürftige und bettlägerige Menschen. Erhältlich ist sie im Online-Shop der Firma.
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
Ladig & Winkler GmbH
Frau Gisela-Elisabeth Winkler
Schulzendorfer Str. 32g
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Die Ladig & Winkler GmbH wurde 2010 von den Schwestern Sigrid Ladig und Gisela-Elisabeth Winkler gegründet. Damals waren beide bereits im Rentenalter. Sie hatten in der Pflege von ihren Angehörigen adaptive Unterwäsche zum Ausgleich von Körperbehinderung vermisst und daher selbst entwickelt. Sie nannten sie saba Wäsche und stellten sie auf der Erfindermesse „iENA- Ideen, Erfindungen, Neuheiten“ 2008 vor und erhielten eine Goldmedaille. Mit der Patentschrift „Bekleidungsteile für Personen mit Körperbehinderungen“ erhielten sie 2010 ein europäisches Patent. Die Schneidermeisterin S. Ladig entwickelte die neue Wäsche zur Produktionsreife. Sie wird in einer deutschen Näherei aus feinem Baumwollstoff gefertigt und per Online-Shop vertrieben: https://www.saba-waesche.de/shop.
Für die Erfindung erhielt Sigrid Ladig 2011 den Preis „Reife Leistung – Bayerischer Landespreis für ältere Menschen“ des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen und Gisela-Elisabeth Winkler 2022 den Zugabe-Preis der Körber-Stiftung.
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