Rekordjahr: Neugeschäft der Leasing-Wirtschaft boomt

64,2 Mrd. Euro | 9 Prozent Wachstum | Mit 24 Prozent höchster Leasing-Anteil bei Ausrüstungsgütern in Leasing-Geschichte

Frankfurt, 24. November 2016 – Das Neugeschäft der Leasing-Wirtschaft boomt und bricht in diesem Jahr Rekorde: Die Leasing-Gesellschaften realisieren 2016 in Deutschland Investitionen in Immobilien, Maschinen, Fahrzeuge, IT-Equipment und andere Wirtschaftsgüter in Höhe von 64,2 Mrd. Euro, davon 7,4 Mrd. Euro mittels Mietkauf. Dies entspricht einem Wachstum von 9 Prozent. Den Löwenanteil macht das Mobilien-Leasing aus, das auf 55,1 Mrd. Euro wächst (+7 Prozent). Die gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen steigen voraussichtlich nur um 2 Prozent. Damit erzielt die Branche einen neuen Rekord, denn mit 24 Prozent ist der Leasing-Anteil an den Ausrüstungsinvestitionen der bisher höchste in der Leasing-Geschichte.
“Leasing wächst deutlich dynamischer als die Gesamtwirtschaft und beweist sich als Investitionsmotor der deutschen Wirtschaft”, erklärt Martin Muders-bach, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL). Bei der nach wie vor getrübten Investitionsstimmung nutzen die Unter-nehmenslenker verstärkt Leasing. “Denn Leasing schafft Flexibilität, schützt vor Überraschungen durch Planbarkeit der Kosten und schont mit zahlreichen Serviceangeboten die eigenen Ressourcen”, erläutert der BDL-Präsident.

Ausblick 2017
“Wir blicken auf ein Rekordjahr zurück, dennoch bereitet uns die Investitionsentwicklung weiterhin Sorgen. Trotz konjunkturellen Aufschwungs kommen die Unternehmensinvestitionen nicht in Fahrt”, führt Mudersbach aus. In den Prognosen für 2017 gehen die Ökonomen von einem Plus der Ausrüs-tungsinvestitionen unter 2 Prozent aus. “Damit können wir nicht zufrieden sein”, erklärt Mudersbach.
Aktuell tragen die Bruttoanlageinvestitionen nur zu einem halben Prozentpunkt zum Wachstum bei, auch die Produktivität steigert sich nur mäßig. Der US-Wahlausgang werde sicher die Investitionszurückhaltung der Unternehmer noch verstärken. “Dies sind keine guten Perspektiven für Wirtschaftswachstum und Standortsicherung.” Mudersbach appelliert daher an die Wirt-schaftspolitik, geeignete Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliche Investitionen zu schaffen. Zudem kritisiert der BDL-Präsident die Folgen der Niedrigzinspolitik: “Aufgrund der langanhaltend niedrigen Zinsen kommen auf die Leasing-Gesellschaften beträchtliche Belastungen bei der Ertrags- und Kostenentwicklung zu.” Die Leasing-Branche als wichtiger Investitionspartner der Wirtschaft dürfe jedoch nicht beeinträchtigt werden.

Entwicklungen der Leasing-Segmente
Treiber des Leasing-Wachstums ist 2016 vor allem das Fahrzeugleasing, das mit Pkw und Nutzfahrzeugen einen Anteil von 75 Prozent am Leasing-Markt hält. An der positiven Automobilkonjunktur partizipiert die Leasing-Wirtschaft überproportional und gewinnt weitere Marktanteile. Rund 40 Pro-zent aller Kfz-Neuzulassungen sind inzwischen geleast. Das Fahrzeugleasing verzeichnet 2016 ein Plus von 9 Prozent, auch das Neugeschäft mit privaten Kunden wächst um 11 Prozent.
Ebenfalls ausbauen werden die Leasing-Unternehmen in diesem Jahr ihre Anteile im Maschinensektor. Das Neugeschäft des zweitstärksten Leasing-Segments steigt um 5 Prozent. “Im ersten Halbjahr erzielte das Maschinenleasing sogar eine zweistellige Wachstumsrate, verlor aber im weiteren Jah-resverlauf an Schwung. Es wächst jedoch dynamischer als der Maschinenbau”, führt der BDL-Präsident aus. Denn laut Branchenverband VDMA stag-nierten die Auftragseingänge in den ersten neun Monaten. Mudersbach: “Dies zeigt, dass Leasing im Maschinen- und Anlagenbau fest verwurzelt ist und eine wesentliche Säule zur Realisierung von Investitionen darstellt.”
Enttäuschend entwickelt sich das Leasing von Büromaschinen, Computern, Servern und IT-Ausstattungen. Nach einer Stagnation im vergangenen Jahr verzeichnet das Segment 2016 einen deutlichen Rückgang von 10 Prozent. Erholt hat sich dagegen das Immobilien-Leasing. Das Neugeschäft mit Büro-, Geschäfts- und Produktionsgebäuden beläuft sich 2016 auf 1,7 Mrd. Euro (+79 Prozent).

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