Bioökonomie in Niederösterreich durch neue Innovationsprojekte stark im Aufschwung

Hochkarätige Gäste aus Forschung und Industrie gaben offiziellen Startschuss für die von der EU mitgeförderten Innovationsprojekte SUSBIND und SUSFERT. Bioökonomie in Niederösterreich ist weiterhin wichtiger Motor für neue Arbeitsplätze und ressourcenschonende Innovationen.

 

Mit den richtigen Partnern lassen sich auch Grand Challenges, globale bzw. überregionale Herausforderungen, meistern. Die weltweit schwindenden Ressourcen effizienter zu nutzen, ist eine davon. Österreich ist in Sachen nachhaltige Innovationen eine der führenden EU-Nationen, wie Marta Campos Iturralde als Vertreterin der Förderagentur BBI-JU (Bio-Based Industries Joint Undertaking aus Industriepartnern und der EU) und Projektkoordinator Dr. Stephen Webb (RTDS Group) bei ihren Ansprachen zur feierlichen Präsentation zweier neuer Projekte am vorigen Mittwoch am Forschungsstandort Tulln betonten.

Überdurchschnittlich viele Förderungen im Bereich Bioökonomie in den letzten Jahren zeugen eindrucksvoll von der Innovationskraft Österreichs. Gelebte Nachhaltigkeit ist dabei nicht nur gut für die Umwelt, sondern fördert durch zahlreiche neue Arbeitsplätze besonders in ländlichen Gegenden die regionale Wirtschaftsentwicklung und bringt innovative Produkte auf den Markt.

Das SUSBIND-Projekt entwickelt nachhaltige Alternativen für die derzeit fast ausschließlich auf fossilen Rohstoffen basierenden Bindemittel der Möbelindustrie. Im SUSFERT-Projekt wird an grünen Alternativen zu den derzeit zu circa 95% importierten, abgebauten Phosphaten für Düngemittel gearbeitet. SUSBIND und SUSFERT sind zwei von insgesamt nur 17 in 2018 bewilligten BBI-JU-Projekten und die einzigen beiden von Österreich aus koordinierten. „Ausschlaggebend für diesen Erfolg ist, dass in beiden Projekten eine vollständige Wertschöpfungskette und ein klar definiertes Business Model für den Markteintritt der entwickelten Produkte aufgebaut werden.”, betont Webb.

Die Gäste des Industrie-Podiums erläutern, welchen entscheidenden Vorsprung das Knowhow der beteiligten Forschenden für die Bioökonomie darstellt. Es sei die perfekte Win-Win-Situation,  bekräftigen auch die Experten des Wissenschaftspodiums. Beide Podien sehen auch  den zunehmend mündiger werdenden Konsumenten als Antriebskraft für Innovationen der österreichischen Industrie. Umweltbewusste Bürgerinnen und Bürger wollen vermehrt „grüne Produkte“ und sind auch gewillt, mehr Geld für diese auszugeben, lautet der einhellige Tenor. Ressourcen zu schonen und auf Forschung und bio-basierte Innovationen zu setzen, wird Österreich wirtschaftlich mittel- und langfristig massiv voranbringen.

 

Bildmaterial der Eröffnung

Dieses Foto sind für Pressezwecke frei, die Bildunterschriften und Urheberangaben wie folgt: Zahlreiche Gäste bei der feierlichen Präsentation der Projekte SUSBIND und SUSFERT (© Sorin Brici für RTDS Group)

 

 

Über die RTDS Group

Mit fünf laufenden Projekten aus dem EU-Horizon-2020-Programm bzw. BBI-JU, und mehr als 15 abgeschlossenen Projekten mit einem Budget von zusammen rund 100 Mio. Euro Fördermitteln ist die Agentur RTDS Group die führende wissenschaftliche Beratungsagentur für EU-Finanzierungen in Österreich. Die Expertisen liegen in den Bereichen Beratung zu und die Umsetzung von Antragseinbringungen, Projektmanagement und Innovationsmanagement in Forschungs- und Innovationsprojekten.

Mehr über die RTDS Group: www.rtds-group.com !

 

Kontakt / Impressum

Dr. Natascha Miljković

RTDS Association E-Mail: miljkovic@rtds-group.com
Lerchengasse 25/2-3, 1080 Wien Phone: +43-(0)1-3231000-15Web: www.rtds-group.com

Twitter-Account: @RTDS_Group

LinkedIn-Account: https://at.linkedin.com/company/rtds-group

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Über das Projekt SUSBIND

SUSBIND: Sustainable Binders / Nachhaltige Bindemittel für Spannplatten

Das SUSBIND-Projekt entwickelt, produziert und testet biobasierte Bindemittel als Alternative zu den derzeit für Holzwerkstoffplatten in der Möbelprodukten verwendeten Bindemitteln auf fossiler Basis.

Herausforderungen: Die Holzwerkstoffindustrie setzt traditionell auf die Verwendung von Bindemitteln auf fossiler Basis in der Regel  sind dies Harnstoff-Formaldehyd Leime. Gewisse zu erwartende Marktanforderungen können innerhalb der EU zu Anpassungen in der Zusammensetzung und Technologie der verwendeten Bindemittel führen. Auch von Behördenseite sind seit längerem Diskussionen im Gange, Formaldehyd und VOC Emissionen aus Möbelprodukten noch weiter zu beschränken bzw. Formaldehyd langfristig ganz zu verbieten.

Bisher waren die Versuche verschiedenster Bindemittelhersteller  alternative Bindemittel aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen, die auch im industriellen Maßstab mit etablierten Systemen konkurrieren können nicht erfolgreich. Innovative Bindemittelsysteme auf Basis nachwachsender, global verfügbarer Rohstoffe könnten einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Carbon Footprint, der Reduzierung der Treibhausgasemissionen und der Minimierung der Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen leisten.

Lösung: Das SUSBIND-Konsortium entwickelt, produziert und prüft biobasierte Bindemittel als Alternative zu formaldehydbasierten Bindemitteln in Holzwerkstoffplatten. Ziel des Projekts ist es, fossile Chemierohstoffe  durch nachwachsende zu ersetzen. Dabei sollen auch Nebenprodukte  aus bestehenden europäischen Bioraffinerien  für die Herstellung von Bindemitteln bzw. deren Vorstufen verwendet werden. SUSBIND hat sich zum Ziel gesetzt, biobasierten Bindemittel mit arrivierten  Herstellern von Holzwerkstoffen  für zwei Produktarten herzustellen und zu validieren: P2-Spanplatten und mitteldichte Faserplatten. Das SUSBIND-Projekt deckt die gesamte Wertschöpfungskette von Rohstoffen bis zur Pilotproduktion und -validierung durch relevante Partner aus Forschung, Industrie und KMU ab. Diesem Projektgremium gehören auch  führende Möbelhersteller und Einzelhändler an.

Impacts: Das Bindemittelsystem von SUSBIND zielt darauf ab einen deutlich geringeren CO2-Fußabdruck zu hinterlassen und gleichzeitig die Produktmissionen zu verringern. Das SUSBIND Bindemittelsystem soll die derzeitigen auf fossilen Rohstoffen basierenden Bindemittel übertreffen, indem ein nachhaltiges Produkt geschaffen wird, das die Marktfähigkeit von wirtschaftlich tragfähigen Bindemitteln in biobasierten Möbelprodukten erhöht. Die Ergebnisse von SUSBIND werden nicht nur der öffentlichen Gesundheit zugutekommen und dazu beitragen den Klimawandel zu verlangsamen, sondern auch die europäische Möbelindustrie stärken durch die Bereitstellung einer kostengünstigen biobasierten Alternative zu formaldehydbasierten Bindemitteln und einen Wettbewerbsvorteil gegenüber billigeren, importierten Produkten bieten.

Förderung: Für dieses Projekt wurden im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 792021 Fördermittel aus dem Bio Based Industries Joint Undertaking (BBI-JU) bereitgestellt. Diese erhalten Unterstützung aus den Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogrammen der Europäischen Union und dem Bio Based Industries Consortium.

Mehr auf www.susbind.eu !

 

 

Über das Projekt SUSFERT

SUSFERT: Sustainable fertiliser / Nachhaltige Düngemittel

Nachhaltige, multifunktionale Düngemittel für die Versorgung von Pflanzen mit Phosphaten und Eisen

Herausforderungen: Um den ständig steigenden Bedarf an Nahrungs- und Futtermitteln abzudecken, ist die landwirtschaftliche Produktion momentan stark von nicht erneuerbaren, ressourcenintensiven Düngemitteln abhängig. Das gilt vor allem für Phosphat als eine wesentliche Düngerkomponente, die zu 90% in die EU importiert wird und daher als kritischer Rohstoff gilt. Gleichzeitig gibt es in der Landwirtschaft einen großen Verlust an Nährstoffen aus Düngemitteln, da sie oft nicht zum benötigten Zeitpunkt und in den richtigen Mengen verfügbar sind, um für optimales Pflanzenwachstum zu sorgen.

Lösung: Im Projekt SUSFERT werden nachhaltige, multifunktionale Dünger für die optimale Phosphat- und Eisenversorgung von Kulturpflanzen entwickelt, die gemäß gängigen EU-Agrarpraktiken in Produktionsprozesse einfließen sollen. Die Nährstoffverfügbarkeit wird durch probiotische Lösungen (Bodenbakterien und pilzliches Eisenchelat) erhöht und mit der erneuerbaren Phosphatquelle Struvit ergänzt. Für gezielte Nährstoffversorgung und -freisetzung sorgt ein pflanzenbasiertes, biologisch abbaubares Coating. SUSFERT demonstriert die Düngereffizienz in Feldversuchen, bewertet das wirtschaftliche Potential und die Nachhaltigkeit der getesteten Komponenten, sichert regulative Compliance und bereitet den Markteintritt der Produkte vor.

Impacts: Als wichtigste Errungenschaften von SUSFERT werden erwartet:

  • 40% verringerte Abhängigkeit von abgebautem und importiertem Phosphat
  • Stärkung der Bioökonomie durch Valorisierung von Abfall- und Nebenprodukten aus Abwässern und der Papierindustrie sowie der Bioethanol-Produktion
  • Verringerung von Boden- und Wasserverschmutzung durch zumindest vier neue, nachhaltigere Düngemittel
  • Stärkung des ländlichen Raums durch lokale Rohstoffbeschaffung und den Aufbau von lokalen Wertschöpfungsketten

Die Entwicklung aller Komponenten und Düngemittel in SUSFERT ist vom Markt getrieben, für raschen Einsatz  in der biologischen und konventionellen Landwirtschaft.

Förderung: Für dieses Projekt wurden im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 792021 Fördermittel aus dem Bio Based Industries Joint Undertaking (BBI-JU) bereitgestellt. Diese erhalten Unterstützung aus den Horizon 2020 Forschungs- und Innovationsprogrammen der Europäischen Union und dem Bio Based Industries Consortium.

Mehr auf www.susfert.eu !

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