Aktionsbündnis “Stop iWright“ zensiert: neue Accounts bei Facebook & Co

“Stop iWright” forderte Autoren, Journalisten, Verlage und Leser zum Protest auf

Das Aktionsbündnis “Stop iWright” wird weiterhin behindert. Das teilten die Sprecher Anfang dieser Woche mit: nachdem Ende August der Pressebericht des renommierten Onlinemagazins Chip über eine von dem Aktionsbündnis initiierte Demo kommentarlos entfernt wurde, wurde Anfang September nicht nur das private Account und die Fanpage zweier Aktivisten von Facebook ohne Vorankündigung gelöscht, sondern auch der Veranstaltungsaufruf für die Demonstration “Gedanken sind Frei” vor der Google-Zentrale am 21.8., auf dem zuvor ein reger Austausch über iWright und den Internetkonzern stattgefunden hatte. Darüber hinaus wurden sämtliche von Drittusern auf ihren jeweiligen Profilen verlinkten Inhalte des Aktionsbündnisses ebenfalls entfernt. Bei den gelöschten Inhalten handelte es sich um Hintergründe über die externe Unterstützung von iWright, Infotexten zu der technischen Umsetzung des Programms und Analysen zu dem allgemeinen Bedrohungspotenzial der Software, welche durch die vielfache Teilung von Usern für Aufsehen sorgten.

Hinsichtlich des schieren Ausmaßes der Löschaktion vermuten die Aktivisten, die ihr Netzwerk unter kontinuierlichem Beschuss sehen, gezielte Gängelung und Zensur. “Es ist schon erstaunlich, wie sich bei Facebook nach wie vor islamistische Netzwerke mit kruden Weltanschauungen tummeln, aber sobald zwielichtige Geschäftsmodelle und undurchsichtige Netzwerke von Global Playern thematisiert werden, bei Facebook die Alarmglocken schrillen.” Hintergrund des Aktionsbündnisses sind die Gerüchte um die Software iWright, die mittlerweile mit der NSA und deren kürzlich bekannt gewordener Suchmaschine iCREACH in Zusammenhang gebracht wird. iWright soll in der Lage sein, selbständig Romane schreiben zu können. “Eine Kriegserklärung an alle Autoren” so die Organisatoren. Ob die Software, die seit dem 4. August über die Website www.iwright.deerreichbar ist und für den 25. September ihren Debütroman “Die Auslöschung der Mary Shelley” angekündigt hat, tatsächlich dazu in der Lage ist, kann derzeit noch nicht überprüft werden. iWright-Sprecher Marc Frey gab sich jüngst in einem Interview selbstbewusst, und kündigte eine “Demokratisierung des Buchmarktes” an. Dass iWright das Internet gezielt nach Literaturvorlagen durchsucht und diese verwendet, sehe er nicht in Konflikt mit dem Urheberrecht. Nunist die Aufregung unter Autoren groß, denen ein ähnliches Schicksal wie den Journalisten zu drohen scheint. Bisher konnten semantische Algorithmen lediglich auf Zahlen und Daten basierende Meldungen verfassen.

Bereits am vorletzten Wochenende schloss sich das Aktionsbündnis “Stop iWright”in Berlin einer Groß-Demonstration am Brandenburger Tor an. An der Auftaktkundgebung der Demonstration “Freiheit statt Angst” nahmen 6500 Menschen teil. Damit wurde ein großes Bündnis geschmiedet, denn über 81 Organisationen riefen gemeinsam zu der Veranstaltung auf. Zusammen möchte man nun Druck auf die Regierung ausüben. Zu dem Bündnis gehören neben dem Aktionsbündnis “Stop iWright” unter anderem der Arbeitskreis gegen Vorratsdatenspeicherung, Amnesty International, Digitalcourage, Reporter ohne Grenzen, der Neue Richterbund, die Freie Ärzteschaft und der Verbraucherzentrale Bundesverband. Neben verschiedenen Parteien, riefen auch Attac Deutschland, Campact, netzpolizik.org und der Chaos Computer Club zur Demonstration auf.

Das Aktionsbündnis “Stop iWright” verteilte Flugblätter und demonstrierte gegen iWright ( www.iWright.de (http://www.iWright.de) ) mit Plakaten mit Plakaten. Auch Marie Schöller, die Mit-Initiatorin der “Stop iWright”-Kampagne, war vor Ort: “Die Überwachung durch Verfassungsschutz, BND und NSA ist nur ein Aspekt des Problems. Perfide wird es, wenn es um gezielte Manipulation geht. Wenn durch einen Textroboter wie die Software iWright Romane und Erzählungen erstellt werden. In Zukunft werden wir dann nicht mehr nur Werke von realen Autoren lesen, sondern interessengesteuerte Manifeste von Regierungen und Konzernen. Damit ist der Manipulation und Gleichschaltung von Gedanken, Meinungen und Phantasien Tür oder Tor geöffnet.”

“Stop iWright” forderte das Aktionsbündnis bereits am Donnerstag, den 21.08.2014, als gemeinsam vor der Berliner Google-Zentrale (Unter den Linden) demonstriert wurde. Autoren, Literatur-Agenten, Journalisten, Verlage und Leser waren aufgefordert, an der Demo teilzunehmen. Chip berichtete und löschte ebenso.

Inzwischen gibt es lautstarke Proteste in den Social Media-Foren, so die Initiatorin Schöller, die sich durch den Warnschuss von Facebook nicht beirren lässt, und bereits eine neue Facebook-Seite für das Aktionsbündnis angelegt hat: www.facebook.com/stopiwright (http://www.facebook.com/stopiwright)

Der Hintergrund: die Initiatoren betreiben eine Initiative gegen eine Software mit dem Namen iWright. Es soll sich um eine Software handeln, die automatisiert längere Prosatexte, also auch Romane schreiben kann. Anfang August ging nun iWright als Blog unter www.iwright.de online. Das Aktionsbündnis “Stop iWright” fordert auf Demonstrationen und in den Social Media-Foren zum Protest auf.

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